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Maren Wittmann


Welche Schule?
Ashridge Management College
Year of Graduation:
1994/1995
Heutige Position:
Personalberater bei Egon Zehnder International GmbH (Management Consultants)
Welche Schule?
Ashridge Management College

Year of Graduation:
1994/1995

Die besten Jobs von allen


Heutige Position:
Personalberater bei Egon Zehnder International GmbH (Management Consultants)


A. Gehalt und Karriere

1. Rückblickend betrachtet: Wo standen Sie job- / karrieremäßig, als Sie sich entschlossen, einen MBA zu machen?
Vor Aufnahme des MBA-Studiums (Executive MBA) war ich zwar schon in meiner derzeitigen Firma bei Egon Zehnder International tätig, konnte jedoch nicht in der Position eines Beraters tätig werden, da mir dazu die bei Egon Zehnder zwingende Voraussetzung "MBA oder Promotion" fehlte.

2a. Hatten Sie vor / bei Antritt des MBA-Studiums eine klare Karriere-Perspektive?
Vor diesem Hintergrund entschloss ich mich, ein Vollzeit-Executive MBA zu absolvieren mit der klaren Zielsetzung, nach Abschluss in die Beraterschaft bei Egon Zehnder International aufgenommen zu werden.

2b. Hat sich dies dann mit / nach dem MBA auch so entwickelt?
Dies ist dann auch komplikationslos im Rahmen eines internationalen Auswahlverfahrens eingetreten und ich wurde mit Abschluss des MBAs zum Berater ernannt.

3. Hat sich der MBA job- / karrieremäßig gelohnt?
Insofern hat sich bei mir der MBA eindeutig karrieretechnisch gelohnt. (Ohne den MBA wäre ich nicht dort, wo ich heute tätig bin).
Da unser Firmengründer Egon Zehnder selbst Harvard-Absolvent und Beirat des IMD in Lausanne ist, und die Berater bei Egon Zehnder International Absolventen renommierter Universitäten und Business Schools sind, stand im Vordergrund der Entscheidung für die richtige Business School deren Reputation und inhaltliches Angebot und weniger die Frage der Kosten eines MBAs. Da inzwischen sehr viele MBA-Programme angeboten werden, halte ich das in der Wirtschaft gültige Renommé einer Business School für extrem wichtig, und diese Business Schools sind meist auch vergleichsweise teuer.

4a. Wie haben Sie Ihr MBA-Studium finanziert?
Da das Executive MBA-Programm in Ashridge sehr unternehmens-orientiert aufgebaut ist, brauchte man eine sogenannte "Host Company", für die man in den verschiedenen Fächern Case Studies und Assignments sowie ein General Management Projekt durchführt. Vor diesem Hintergrund konnte ich Egon Zehnder International gewinnen, sich an den Kosten des MBAs zu beteiligen. Ich persönlich habe die komplette Studiengebühr übernommen (seinerzeit etwa DM 50.000), Egon Zehnder International ist für Reisekosten und Unterbringung vor Ort aufgekommen. Darüber hinaus habe ich auch während des MBA-Programms inhaltlich für Egon Zehnder weiter gearbeitet und insofern ein Einkommen bezogen.

4b. Hat sich die Investition "ausgezahlt"?
Nach inzwischen fast zehn Jahren kann ich eindeutig sagen, dass sich diese Investition mehr als gerechnet hat und sich die Kosten des MBAs schnell amortisiert haben.

B. Alumni-Netzwerk

5. Wie wichtig ist das Alumni-Netzwerk Ihrer Schule für Sie?
Da die Ashridge Management School den MBA im Vergleich zu anderen tradierten Business Schools noch nicht über mehrere Jahrzehnte anbietet und die Programmgröße ganz bewusst exklusiv und klein gehalten wird, ist das Netzwerk naturgemäß nicht so ausgeprägt wie das Alumni-Netzwerk von beispielsweise INSEAD oder IMD. Für mich spielte das Netzwerk bei der Auswahlentscheidung nicht die zentrale Rolle und insofern nutze ich es heute partiell, aber nicht umfangreich.

6. Wie nützlich sind diese Kontakte für Sie beruflich?
Die Kontakte aus dem Alumni-Netzwerk sind zum Teil hilfreich, da ich jedoch in einer Funktion tätig bin, in dem Netzwerken generell ein wesentlicher Bestandteil ist, spielt das MBA-Netzwerk lediglich eine Teilrolle.

C. Rückblickend betrachtet, was haben Sie in Ihrem MBA-Studium gelernt, was in Ihrem heutigen Job von Bedeutung ist?

7. An Fachwissen:
Fachlich hat mir der MBA einen sehr guten General Management Überblick gegeben und mich mit den wichtigsten Theorien und Erkenntnissen der einzelnen Fachbereiche vertraut gemacht. Dieser gesamtheitliche Aspekt ist für meine derzeitige Tätigkeit als Personalberater von besonderer Bedeutung.

8. An sonstigen Fähigkeiten (soft skills etc.):
Das Arbeiten in heterogenen, internationalen Teams, die Erarbeitung und Präsentation von Arbeitsergebnissen in englischer Sprache sowie die in Ashridge angebotenen Sonderthemen wie Medientraining. Der richtige Umgang mit der Presse, Outdoor- und Teambuidling-Training sowie Verhandlungstechniken stellen einen besonderen Wert des MBA-Programms für mich dar.

9. Jedes MBA-Programm, das auf sich hält, verspricht, für eine General Management-Position fit zu machen. Können Sie das aus Ihrer Erfahrung bestätigen?
Aus meiner Beratungstätigkeit kann ich eindeutig sagen, dass ein renommiertes MBA-Programm den Einstieg in eine General Management Position eindeutig erleichtert. Es kommen neben dieser theoretisch, Case-Study-orientierten Ausbildung natürlich noch andere Voraussetzungen dazu. Ich persönlich halte jedoch ein MBA-Programm für die am besten geeignete Studienwahl für einen General Manager.

10. Fühlten Sie sich nach / mit dem MBA für "höhere" Aufgaben besser gewappnet? Und waren Sie es - aus der Distanz betrachtet - auch tatsächlich?
Ich selbst fühlte und fühle mich durch das MBA-Programm besser aufgestellt und gewappnet in meiner derzeitigen Aufgabenwahrnehmung.

D. Die menschliche Erfahrung

11. Welche Bedeutung hat das MBA-Studium für Ihre persönliche Entwicklung?
Mich hat der Einjahres-MBA am Ashridge Management College extrem geprägt. Persönlich möchte ich die Zeit keinesfalls missen, weil daraus tiefe persönliche internationale Freundschaften erwachsen sind, ich mich nicht nur fachlich sondern auch persönlich durch die verschiedenen Herausforderungen weiter entwickelt habe, und da die in Ashridge durchgeführten Testverfahren inklusive eines umfassenden persönlichen Feedbacks sehr zur persönlichen Reflektion und Erkenntnis beigetragen haben.

12. Ein Punkt, nach dem ich Sie nicht gefragt habe, der Ihnen aber wichtig ist...
Ich sehe einen MBA als eine sehr lohnende und prägende Investition in sein Leben - nicht nur in sein Berufsleben.

13. Ein Ratschlag für jeden, der sich für einen MBA interessiert?
In meiner Wahrnehmung steht ein MBA-Programm für ein internationales Studium (im Ausland) mit einer internationalen Studenten- und Lehrerschaft. Der MBA sollte neben Fachwissen vor allem Methodenkenntnisse und Führungsfähigkeiten vermitteln. Vor diesem Hintergrund empfehle ich persönlich ein MBA-Studium nur im Ausland wahrzunehmen und sehr auf die Zusammensetzung der Lehrerschaft und der Studenten der bisherigen Jahrgänge zu achten. Besuche vor Ort, um ein Gefühl für die jeweilige Universität zu bekommen ebenso wie eine Vielzahl von Gesprächen mit Absolventen halte ich für extrem wichtig. Darüber hinaus rate ich den Arbeitgeber um jedwede Form der Unterstützung zu bitten, da viele Unternehmen recht aufgeschlossen sind, ein solches Engagement ihrer Mitarbeiter in irgendeiner Form zu unterstützen.
Dieser Artikel ist erschienen am 21.09.2004