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Mannheim vorn?

Die Fragen stellte Christoph Mohr
Foto: Uni Mannheim
Mit der französischen Business School Essec und der britischen Warwick Business School bietet die Universität Mannheim ab September ein neues Programm an: den ?European MBA". Erfahrung in diesem Umfeld hat die Uni allerdings nicht. Der akademische Leiter des Programms, Professor Dr. Christian Homburg, ist dennoch zuversichtlich, dass Mannheim zu den führenden MBA-Anbietern in Europa aufsteigen wird.
Mit der französischen Business School Essec und der britischen Warwick Business School bietet die Universität Mannheim ab September ein neues Programm an: den ?European MBA". Erfahrung in diesem Umfeld hat die Uni allerdings nicht. Der akademische Leiter des Programms, Professor Dr. Christian Homburg, ist dennoch zuversichtlich, dass Mannheim zu den führenden MBA-Anbietern in Europa aufsteigen wird.

?A new star rises among the international MBA programs", kündigen Sie an. Nehmen Sie den Mund nicht etwas voll?

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Christian Homburg: Nein. Ich denke, dass unser Programm in puncto Qualität, Internationalität und Praxisorientierung sowohl national wie auch international keinen Vergleich scheuen muss.

Die Uni Mannheim springt in Deutschland relativ spät auf den MBA-Zug auf. Was bieten Sie, was andere nicht haben?

Wir haben uns bewusst Zeit gelassen, um ein Top-Programm mit adäquaten ausländischen Partnern anbieten zu können. Was für unsere Diplom-Studiengänge gilt, wird auch für das MBA-Programm gelten: wissenschaftliche Fundierung auf höchstem Niveau, ein konsequentes Qualitätsmanagement, ausgeprägte Praxisorientierung, Internationalität, Vielseitigkeit und sehr gute Arbeitsbedingungen für die Studierenden. Die Spezialisierung auf internationale Fragestellungen nach einer fundierten wirtschaftswissenschaftlichen Grundlagenausbildung, die Möglichkeit, an drei namhaften europäischen Business Schools binnen eines Jahres studieren zu können, sowie das dreimonatige Praxisprojekt, in dem ein international zusammengesetztes Team ein Problem in einem weltweit tätigen Unternehmen bearbeiten wird, machen den besonderen Reiz des ?European MBA" aus.

Wie sehen Sie sich im Konkurrenzumfeld der besten deutschsprachigen MBA-Anbieter?

Ich bin der Ansicht, dass der überwiegende Teil der deutschsprachigen MBA-Anbieter erhebliche Qualitätsprobleme besitzt. Das hängt zum einen mit der wissenschaftlichen Reputation der Dozenten zusammen. Zum anderen werden in der Regel nur zweit- oder drittklassige Business Schools als Partner gewählt. Außerdem wird von vielen Programmen Internationalität als wichtiges Element nur vorgegaukelt: Die Studierenden absolvieren ihre Ausbildung dann doch fast ausschließlich in Deutschland und die Lehrveranstaltungen werden größtenteils in Deutsch statt in Englisch abgehalten.

Essec und Warwick sind zweifellos gut, aber in ihren Ländern doch nicht die absolute Spitze. Blieb Ihnen als Partner nur die zweite Wahl?

Ihre Einschätzung ist nicht nachvollziehbar. Wie wir zählen Essec und WBS in ihren Ländern in allen Rankings zur absoluten Spitze. Die Zeitung The Times hat Warwick in ihrem diesjährigen nationalen Ranking sogar auf Rang zwei vor den wesentlich bekannteren Londoner Wirtschaftshochschulen eingestuft. Unter zahlreichen Optionen haben wir uns bewusst für diese beiden Business Schools entschieden. Ein wichtiger Grund war, dass die Essec, die WBS und wir zu den vier ersten Hochschulen gezählt haben, die in Europa von AACSB International - dem weltweit renommiertesten Zusammenschluss wirtschaftswissenschaftlicher Bildungseinrichtungen - akkreditiert wurden. Das ist Beleg für ein vergleichbares, exzellentes Niveau in Lehre und Forschung. Überdies bieten wir mit der Essec bereits seit über zehn Jahren ein überaus erfolgreiches Doppeldiplom an und arbeiten auch mit der WBS seit Jahren sehr eng zusammen.

Sie preisen den ?European MBA“ in einem Augenblick an, in dem der allgemeine Business-School-Trend in Richtung transkontinentaler, globaler MBA-Programme geht. Haben Sie den MBA-Zug damit nicht schon verpasst?

Dass wir unseren Fokus auf europäische Themen setzen, bedeutet nicht, dass wir den Rest der Welt ausgeklammert lassen. Das ist in einer globalisierten Wirtschaftswelt gar nicht möglich. Wir wollen Manager ausbilden, die Spezialisten in europäischen Themen sind, aber natürlich auch die globalen Zusammenhänge sehr genau kennen. Doch nach meiner Meinung hätte es keinen Sinn gemacht, wenn drei europäische Top-Universitäten ein Programm angeboten hätten, das beispielsweise seinen Schwerpunkt auf den asiatischen Markt setzt. Wenn wir das irgendwann noch tun sollten, werden wir uns selbstverständlich einen Partner aus dieser Region suchen.

In der dritten Phase sollen die Studenten im ?team project" in ?selected international corporations" arbeiten. Über die Namen schweigt sich die Broschüre aus. Versprechen Sie mehr, als Sie halten können?

Keineswegs. Kooperationspartner zu finden ist nicht unser Problem. Im Gegenteil: Wir werden förmlich mit Anfragen überschüttet und müssen selektieren. Das ist das Resultat der sehr guten Kontakte zur Praxis, die unsere Fakultät traditionell pflegt. Und natürlich ist ein solches Praxisprojekt für ein Unternehmen eine ideale Möglichkeit, High Potentials über einen längeren Zeitraum kennen zu lernen.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter: www.mba.uni-mannheim.de
Dieser Artikel ist erschienen am 26.03.2002