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Manager-Bezüge bleiben krisenfest

Von Carsten Herz und Siegfried Hofmann
Die Kurse fallen, die Bezüge der Vorstandsmitglieder steigen ? diese Gleichung gilt für viele der großen deutschen Konzerne. Der Vorsprung der Manager-Kollegen in den USA hat sich verringert.
Grafik: Handelsblatt.com
FRANKFURT/M. Bei jedem zweiten Dax-30-Unternehmen stiegen die Vorstandsbezüge. Spitzenreiter war Daimler-Chrysler. Vorstandschef Jürgen Schrempp und seine zwölf Kollegen ließen sich vom Aufsichtsrat eine Erhöhung der Bezüge um 131 % genehmigen (siehe Grafik). Das durchschnittliche Gehalt eines Daimler- Chrysler-Vorstands liegt damit bei 3,91 Mill. Euro. Das Unternehmen verlor im vergangenen Jahr an der Börse 39 % an Wert.>>> Soviel verdienen die Spitzenmanager der Dax-30-Unternehmen

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>>>Soviel verdienen die Spitzenmanager führender US-KonzerneDass sich unternehmerischer Erfolg und die Vorstandsbezüge häufig unabhängig voneinander entwickeln, verdeutlicht das Beispiel Allianz. Während der Versicherer in die roten Zahlen rutschte, stiegen die Bezüge der Vorstandsmitglieder auf durchschnittlich 1,58 Mill. Euro. Allerdings hat sich bei einer ganzen Reihe von Unternehmen das Betriebsergebnis im vergangenen Jahr deutlich verbessert ? etwa bei Daimler- Chrysler und der Lufthansa.Unangefochtener Top-Verdiener unter deutschen Managern ist Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank. Er bezog 2002 6,9 Mill. Euro. Die durchschnittlichen Bezüge in Dax-30-Unternehmen lagen nach Berechnungen des Handelsblatts bei knapp 1,7 Mill. Euro pro Jahr.Nach wie vor lassen sich die Bezüge nicht ganz leicht ermitteln. Unter den Großunternehmen legen nur Deutsche Bank, Altana, Bayer, Schering, SAP, Thyssen-Krupp und die Deutsche Börse die Bezüge ihres Vorstands detailliert offen. Heinz Evers von der Unternehmensberatung Kienbaum kritisiert die mangelnde Transparenz in vielen Geschäftsberichten. Oft sei die Vergütung, die sich meist aus fixen und variablen Bestandteilen zusammensetzt, so kompliziert berechnet, dass sie selbst der eigene Aufsichtsrat nicht immer völlig durchschaue. Evers warnt davor, die Bezahlung der Manager pauschal als unangemessen hoch zu bezeichnen: ?Gute Leistung muss gut bezahlt werden.?In den USA erhalten die Manager vieler im Dow-Jones-Index notierter Gesellschaften mit durchschnittlich 4,8 Mill. US-Dollar inklusive Optionsgewinnen deutlich mehr als ihre deutschen Kollegen. Der Vorsprung der US-Manager hat sich im vergangenen Jahr verringert.
Dieser Artikel ist erschienen am 09.04.2003