Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche

Luftige Versprechen

Alles auf die Zukunftsbranchen setzen: Bis 2009 sollen rund 15 Milliarden Euro investiert und so 1,5 Millionen Jobs geschaffen werden, sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan jetzt bei der Vorstellung der neuen ?Hightech-Strategie? der Bundesregierung. Was gewaltig klingt, ist bei Licht besehen nicht viel mehr als die Bündelung vorhandener Förder- und Forschungsprojekte der Ministerien, um politisch Akzente zu setzen.
Schavan habe sich weit aus dem Fenster gelehnt, heißt es in Ministeriumskreisen. In 17 Zukunftsfeldern, darunter Nano- und Biotechnologie, Luftfahrt, Energietechnik und Medizin, sollen die Jobs entstehen ? aber nur ?bei konsequenter Umsetzung der Strategie?, so eine Pressesprecherin. Wo konkret die neuen Arbeitsplätze zu finden sein sollen, bleibt im Dunkeln.

Sicher ist: Im Oktober geht die Exzellenzinitiative in die zweite Runde; für die weiße, industrielle Biotechnologie, die eine zügige Umsetzung von Ideen in Produkte erwartet, können derzeit Ideenskizzen eingereicht werden, und im Dezember stellt Ministerin Schavan das Sicherheitsforschungsprogramm vor, für das im Sommer 2007 erste Projekte bewilligt werden sollen. Gerade hat sich auch die ?Forschungsunion? mit Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft zum Ausbau strategischer Partnerschaften konstituiert. Dadurch, so die Hoffnung, könnten schneller Jobs entstehen.(and)
Dieser Artikel ist erschienen am 28.09.2006