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Lucia Pavlikova

Gruezi from Switzerland! Mein Name ist Lucia Pavlikova, und seit Januar 2004 studiere ich an dem Medien und Kommunikationsmanagement Institut der Universität St Gallen in der Schweiz für das Executive MBA in Media and Communication Management. Ich hoffe, dass mein Tagebuch Euch einen kleinen Einblick in die anstrengende aber durchaus lohnende Welt des MBA-Studium hier in an der Uni St. Gallen verschafft.Ich erfuhr von diesem Programm über Freunde. Meine Bewerbung verlief recht glatt: Da ich in England mein Grundstudium absolviert hatte, entfiel bei mir der TOEFL. Der GMAT wurde durch Selbststudium am Abend und Wochenenden (mit Hilfe der Princeton Review GMAT Study Guide und CD Übungstests) ca. 3 Monate lang geübt und im ersten Anlauf in März 2003 erledigt. In August war ich dann endlich soweit, meine mühsam zusammengetragene Unterlagen samt Bewerbung einzureichen.

Die besten Jobs von allen

Das Interview in September 2003 hier am Institut fand ich recht sympathisch, da die MBA-Mitarbeiter wirklich bemüht waren, mich nicht nur fachlich, sondern auch auf persönlicher Ebene einzustufen, und auch schon eine persönliche Beziehung aufzubauen. Circa sechs Wochen nach meinem Interview erhielt ich die MBA Studium Offerte, und in Januar dieses Jahr war es dann soweit...
Diese Woche fängt das dritte Modul (Communication Technologies) an. Den Auftakt macht kein unwichtigerer als der Leiter des mcm Instituts, Prof. Beat Schmid. Sein Tag befasst sich mit Themen der Vermittlung von Wissen zwischen Mensch und Gesellschaft, und die Rolle der Technologie in diesem Prozess. Hohe Themen, denen in den folgenden Tagen auch durchaus angewandte Beispiele folgen sollen. Yung-Jae Lee, ein Gastreferent von St. Mary?s College in Kalifornien. Am Anfang gibt es Verständigungsprobleme: MRP, ERP, CRM, SCM, DSS, COBOL, BASIC, DOS, Java, C++, usw. Zum Glück gibt es das universelle Verständigungsmittel aller Businessschulen ? HBS Case Studies. Man nehme zwei pro Tag und stelle dazu noch eine kleine Präsentation über einen von beiden zusammen, und das Problem löst sich von selbst.Nein, allen Ernstes, Prof. Lee geht das Thema sehr strukturiert an. Wir fangen an mit der Geschichte des EDV-Managements 1960-2000, die wir mittels einem Pop-Quiz in 15 Minuten durchlaufen. In dem gleichen Tempo geht es dann weiter. Prof. Lee bemüht sich, uns einen kurzen aber klaren Einblick in jegliche Informationstechnologiethemen, von Software Engineering über IT-Systemarchitekturen, Projektmanagement und ERP (Enterprise Resource Planning) bis hin zu Hardware Asset Management zu geben. Auf dem Weg dahin werden wir nicht nur von Cases, sondern auch (viel wichtiger) von Videos einer US Dokumentarserie (?Triumph of the Nerds?) unterstützt ? hoch empfehlenswert, auch für nicht-Tekkies!Highlight der Woche: Steve Jobs? Kommentar über John Scully (der Mann, der ihn als Apple-CEO ersetzte) ?What can I say? I hired the wrong guy."
Die zweite Woche des Moduls fängt mit Dateien an. Viele, viele Dateien. Data mining kann in bestimmten Bereichen wichtige Wettbewerbsvorteile schaffen, braucht aber auch entsprechend viel Platz. Daher siehe Datawarehousing and andere exotische Getiere wie z.B. SANs (Storage Area Networks) ? ein bisschen wie LANs, aber halt nur für Speicherplatz. Prof. Lee hält uns ordentlich ran, mit täglichen Präsentationen über Casestudien, die in der 3.Modul-Arbeitsgruppe erarbeitet werden müssen.Ein sehr positiver Aspekt seiner Vorlesungen ist seine Betonung auf die praktische Überlegungen hinter jeder IT Investition. Rentiert sich eine Software-Lösung zur Planung der Anwesenheitszeiten des Verkaufspersonals wirklich für ein mittelständisches Unternehmen? Soll man eine der modischen distributed-server IT Architekturen einrichten, oder ist ein Mainframe vielleicht eine günstigere Lösung (zumal wenn es auf Linux läuft)? Wie viel Change Management wird nötig sein, um eine grundlegend neue IT Infrastruktur wirklich auf allen Ebenen einer mittelgroßen Firma zu implementieren? Da er von dem Operations-Bereich kommt, bringt Prof. Lee ein scharfes Auge für Details, die oft von Strategen übersehen werden, zum Thema.Die Woche endet mit einer Einführung in die Welt des E-Commerce von Dr. Katarina Stanoevska-Slabeva, die am mcm Institut Projektleiterin im Bereich E- und M-Commerce ist. Sie beginnt ihren Teil des Moduls mit einer kurzen, bündigen, und sehr kompetenten Einführung in das Thema, das einmal die Börsen der Welt zum platzen brachte.Highlight der Woche: Wir dürfen für unsere Gruppenarbeit mit Katarina in unseren (selbst ausgesuchten) Media Venture Gruppen arbeiten. Freude herrscht!
Dieser Artikel ist erschienen am 27.08.2004