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Long Call

Kauf einer Kaufoption
Der Käufer einer Kaufoption spekuliert auf steigende Kurse des Basiswertes. Beispiel: Ein Anleger kauft im Juli einen Call amerikanischer Art auf die ABC-Aktie. Die Kontraktgröße ist 100 Aktien, der Basispreis liegt bei 120 Euro, die Option läuft bis Dezember. Der Call kostet fünf Euro pro Aktie (Optionspreis). Insgesamt muss der Anleger 500 Euro hinblättern (100 x fünf Euro). Die ABC-Aktie notiert an der Börse zurzeit bei 105 Euro.

Der Käufer hat nun das Recht, nicht aber die Verpflichtung, bis Dezember jederzeit 100 ABC-Aktien zum Kurs von 120 Euro zu kaufen. Dieses Recht in Anspruch zu nehmen, lohnt sich erst ab einem ABC-Aktienkurs von über 125 Euro. Bei dieser Schwelle ist es egal, ob der Anleger die Aktien am Kassamarkt oder über die Option erwirbt.

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Steigt die Aktie zum Beispiel auf 140 Euro, übt der Anleger die Option aus. Er kauft die Aktien über die Option zu 120 Euro, verkauft sie dann am Kassamarkt zu 140 Euro und macht einen Gewinn von 20 Euro je Aktie. Abzüglich des investierten Optionspreises von fünf Euro bleibt ein Nettogewinn von 15 Euro je Aktie. Über den gesamten Kontrakt ist das ein Gewinn von 1.500 Euro oder 300 Prozent

Alternativ zur Ausübung bietet sich auch der Weiterverkauf des Call an. Mit steigenden Kursen gewinnt auch das Recht, die Aktie weiterhin zu 120 Euro kaufen zu dürfen, an Wert. Bei einem Aktienkurs von 140 Euro wird für den Call mindestens 20 Euro gezahlt. Dies ist der sogenannte innere Wert (Aktienkurs minus Basispreis)

So viel Gewinn ist drin: Unbegrenztes Gewinnpotenzial

So viel Verlust droht: Der Verlust ist maximal auf den Einsatz begrenzt. Das bedeutet im Extremfall allerdings einen Totalausfall von 100 Prozent.
Dieser Artikel ist erschienen am 23.08.2001