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Lockvogel

Mit Stellenangeboten per SMS will "Singletelefon Deutschland" Arbeitslose wie Jobvermittler zügig in Lohn und Brot bringen. Der Service entpuppt sich als Wirrwarr mit Tendenz zur Abzocke. Arbeitslose müssen erst Mitglied im hauseigenen Club werden. Für 19 Euro im ersten und 12 Euro im Folgemonat verspricht SMS-Geschäftsführer Dirk Werkmeister, zugleich Betreiber einer Tanzschule und einer Single-Börse, spezielle Bewerbungsbetreuung ­ ohne Erfolgsgarantie. Obskure Provisionsregelungen auch für die Jobvermittler: Mit bis zu 500 Euro monatlich müssen die freien Mitarbeiter in Vorleistung treten. Werkmeister: "Die Gebühren erheben wir nur, damit die Leute den Arsch hochbekommen." Als Anreiz stellt er die Vermittlungsgutscheine des Arbeitsamtes in Aussicht. Der Bundesanstalt ist das ein Dorn im Auge. In Arbeitsamtskreisen hält man den SMS-Jobservice für ein Lockvogelangebot.
Dieser Artikel ist erschienen am 11.08.2003