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Litauen

Die baltische Wirtschaft wächst rasant, doch westliches Niveau hat sie noch lange nicht erreicht. In Estland, Lettland und Litauen steckt jede Menge Potenzial. Ideales Terrain für Leute mit Pioniergeist.
Baltikum

Arbeitsmarkt

Die Wirtschaft in den drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen wächst seit sechs Jahren rasant, wobei Estland als die am weitesten entwickelte Volkswirtschaft gilt. Für 2006 wird ein reales BIP-Wachstum zwischen 6,5 (Litauen) und acht Prozent (Lettland) erwartet. Die meisten Beschäftigten arbeiten im Dienstleistungssektor, der zwischen 44 (Litauen) und 70 Prozent (Lettland) des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet, ein weiteres Viertel trägt die Industrie bei. Zu den wichtigsten Ausfuhrgütern zählen Holzprodukte, Textil- und Metallwaren sowie Mineralölprodukte. Tourismus und Bau boomen zurzeit besonders. Trotz relativ niedriger Arbeitslosenquote zwischen sieben (Estland) und 9,6 Prozent (Litauen) verlassen viele jüngere Einheimische ihre Heimat in Richtung Westen - wegen der mageren Verdienstmöglichkeiten (siehe Gehalt). Im Bau- und Gesundheitssektor fehlen mittlerweile gut ausgebildete Mitarbeiter. Chancen bietet das Baltikum vor allem für Selbstständige in den Bereichen Recht, IT und Tourismus

Job-Links

Boom-Regionen

Jeder der drei baltischen Staaten ist für sich genommen nicht einmal so groß wie Bayern. Das wirtschaftliche Geschehen konzentriert sich daher neben einigen wichtigen Hafenorten auf die Hauptstädte Riga (Lettland), Vilnius (Litauen) und Tallinn (Estland). Dort leben zwischen 400.000 (Tallinn) und 740.000 (Riga) Menschen, was bis zu einem Drittel der Einwohner der jeweiligen Länder entspricht. Dagegen ist die Entwicklung in den ländlichen Regionen eher rückläufig.

Die besten Jobs von allen


Gehalt und Lebensstandard

Obwohl die Löhne in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind und die EU mittlerweile anmahnt, die Inflation zu begrenzen, sind die Einkommen in den drei Ländern noch weit vom westeuropäischen Niveau entfernt. So liegt der durchschnittliche Monatslohn zwischen 350 (Lettland) und 500 Euro (Estland). Parallel haben die Lebenshaltungskosten in den Metropolen wie Riga mittlerweile ein Level erreicht, das mit dem von Hamburg vergleichbar ist, insbesondere was Importware betrifft. Um neben der Miete überhaupt noch Geld zum Leben zu haben, vermieten viele Einwohner Zimmer unter oder haben zwei bis drei weitere Jobs. Die meisten Ausländer arbeiten daher als Expatriates oder Selbstständige, die vor allem Kunden aus dem Ausland haben

Bewerben

Mit standardisierten Bewerbungen, wie wir sie aus Deutschland kennen, haben die meisten baltischen Unternehmen noch wenig Erfahrungen. Bewerbungen und Vorstellungsgespräche laufen oft wesentlich informeller ab als bei uns. Wer eine Bewerbung nach den deutschen Standards einreicht, kann eigentlich nichts falsch machen. Mit Übertreibungen sollte man sich allerdings zurückhalten - sie werden schnell als westliche Arroganz ausgelegt. Häufig wissen die lokalen Unternehmen nicht, wie sie gut ausgebildete Menschen aus dem Westen einsetzen sollen. Die besten Chancen versprechen daher Initiativbewerbungen, in denen man den Betrieben Vorschläge unterbreitet, wie man zu ihrem Erfolg beitragen kann. Zudem erwarten die Unternehmen zunehmend, dass man die Landessprache zumindest in Ansätzen beherrscht. Daneben sind Russisch und - zu unserem Glück - in manchen Unternehmen auch Deutsch wichtig. Joblinks:

  • www.europa.eu.int/eures - Europäisches Jobberater-Portal Eures
  • www.kompass.com - Internationales Branchenbuch
  • www.ahk-balt.org - Deutsch-Baltische Handelskammer
  • www.balticsworldwide.com - Internet-Seite des baltischen News- und Tourismusmagazins City Paper
  • www.gobaltic.de - Baltische Tourismus Zentrale in Deutschland
  • www.cvmarket.lt - Jobbörse für das Baltikum
  • www.jobmost.de - Osteuropaportal für Jobs und Karriere
  • www.on.lt - Suchmaschine für Internet-Seiten aus Litauen
  • www.inyourpocket.com/lithuania/en - Reiseführer mit einigen Städten in Litauen
  • www.litauen-info.de - Landesinfos über Litauen
  • www.travel.lt - Offizieller Reiseführer für Litauen
  • Dieser Artikel ist erschienen am 18.07.2006