Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche

Lieber früh Mutter werden


Der Trend zur späten Mutterschaft führt zu Lohneinbußen im späteren Berufsleben. Das ergab eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim. Während ihrer Abwesenheit bleibt der "Wert" ihrer Berufserfahrung nicht konstant, im Gegenteil, durch verpasste Innovationen am Arbeitsplatz wird das Wertkapital sogar geringer. Eine 45-jährige Frau, die 20 Jahre lang voll berufstätig war, erzielt einen durchschnittlichen Stundenlohn von 36,20 Mark. Eine 45-Jährige, die mit 30 drei Jahre Babypause gemacht und sieben Jahre in Teilzeit gearbeitet hat, kommt auf nur 33,10 Mark. Das Minus ist am kleinsten, wenn nach einem Babyjahr ein zweijähriger Teilzeitjob folgt: Statt 36,20 Mark pro Stunde gibt es dann 35,90 Mark. Fatal wirkt sich der Timing-Effekt bei Frauen aus, die erst mit 35 Mutter werden. Steigen sie nach drei Jahren wieder voll ein, so kommen sie mit 45 auf 33,10 Mark Stundenlohn - genauso viel, wie die 30-Jährige, die sieben Jahre in Teilzeit war. Die Frage nach dem Warum beantwortet die Studie leider nicht.
Dieser Artikel ist erschienen am 05.03.2001