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Lidl-Pressesprecher quittiert den Dienst

Beim Geheimniskrämer Lidl hat Pressesprecher Thomas Oberle das Handtuch geworfen. Der gelernte Journalist war vor einem Jahr zu dem Unternehmen gekommen, um dort erstmals eine Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit aufzubauen.
Leuchtreklame einer Lidl-Filiale in Berlin. Foto: ap
Wie das Discountunternehmen mitteilte, hat der 51-Jährige bereits die Firma verlassen. Oberle war vor zwölf Monaten vom Schraubenkonzern Würth aus dem benachbarten Künzelsau in die Lidl-Zentrale nach Neckarsulm gewechselt, um die öffentliche Darstellung des Aldi-Verfolgers zu verbessern. Doch die Anfeindungen durch Organisationen wie Greenpeace rissen nicht ab.Zuletzt brachte die heftige Kritik der Gewerkschaft Verdi an der Konzernschwester Kaufland sogar einen öffentlich geförderten Auslandskredit der als Stiftung geführten Firma in Gefahr. Wie schwer sich Vorstandschef Wilfried Oskierski mit der Öffnung tut, zeigte bereits der rasche Wechsel der beauftragten PR-Agenturen. Nicht nur die Münchener Agentur Engel und Zimmermann wurde nach einem kurzen Engagement wieder außer Dienst gestellt, auch die Berliner Media Consult arbeitet inzwischen nicht mehr für das Discountunternehmen.

Die besten Jobs von allen

Zur Nachfolgerin Oberles wurde Gertrud Bott ernannt. Die 44-jährige langjährige Mitarbeiterin war bislang im Unternehmen für Umwelt und Verbandsarbeit zuständig und Sprecherin der Lidl-Schwester Kaufland.
Dieser Artikel ist erschienen am 09.02.2007