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Leistungsvergleiche senken Arbeitsproduktivität

Wenn Unternehmen den Leistungsstand ihrer Mitarbeiter veröffentlichen, leidet die Qualität der Arbeit. Das hat eine neue Studie ergeben.

Leistungsvergleiche zwischen verschiedenen Unternehmenszweigen, aber auch unter Mitarbeitern einer Abteilung sind in der heutigen Wirtschaftswelt an der Tagesordnung. Bei Vertriebsmitarbeitern etwa hängt die Entlohnung oft vom Vergleich ihrer Verkaufszahlen mit denen der Kollegen ab. Die Forscher untersuchten in Tests, wie sich ein höherer Informationsstand über die Arbeitsproduktivität ihrer Kollegen auf das Arbeitsverhalten auswirkt.

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Über ihren eigenen Leistungsstand wurden die Teilnehmer während des Experiments laufend informiert. Ergebnis: Die Qualität der geleisteten Arbeit sinkt signifikant, wenn ein Zwischenstand des Kollegen durchgegeben oder dessen Punktestand laufend aktualisiert wird. Gerade bei den leistungsschwächeren Mitarbeitern ist ein Anstieg der Fehlerhäufigkeit zu beobachten, den die Forscher auf Stress und Unsicherheit zurückführen.

Vereinzelt zeigt sich zwar, dass die Veröffentlichung des Leistungsvergleichs den "sportlichen Ehrgeiz" anregt. Insgesamt reichen diese positiven Effekte aber nicht aus, das Minus an Arbeitsqualität auszugleichen. Die Gesamtproduktivität des Unternehmens wird demnach durch die Bekanntmachung des Leistungsrankings potenziell verringert.

Quelle: Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA), Bonn.
Kurzinfos zur Studie "Leistungsvergleiche senken Arbeitsproduktivität" gibt es hier: www.iza.org

Der Volltext der englischsprachigen Studie ist hier kostenlos erhältlich: http://ftp.iza.org
Dieser Artikel ist erschienen am 03.05.2008