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Kultusministerkonferenz

Lehrerexamen künftig bundesweit anerkannt

wiwo.de
Die Länder wollen alle in Deutschland erworbenen Lehrerexamen künftig bundesweit anerkennen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde nach dpa-Informationen auf der Kultusministerkonferenz in Berlin beschlossen.
Damit soll die berufliche Mobilität von Lehrern in der gesamten Bundesrepublik garantiert werden. Bisher war es häufig zu Problemen gekommen, wenn ein Lehrer in ein anderes Bundesland wechseln wollte. Besondere Schwierigkeiten hatten auch angehende Lehrer, wenn sie sich nach erfolgreichem Hochschulabschluss für den Vorbereitungsdienst in einem anderen Bundesland bewarben.

Zwar garantiert eine EU-Richtlinie auch den Lehrern europaweit berufliche Mobilität. Doch innerhalb Deutschlands tun sich die Kultusminister seit Jahren schwer, Lehrerexamen aus anderen Bundesländern vorbehaltlos anzuerkennen. Betroffen sind vor allem Junglehrer, die nach erfolgreichem Studienabschluss den Vorbereitungsdienst – das Referendariat – in einem anderen Bundesland antreten wollen.
 
Seit Monaten brüteten die Gremien der Kultusministerkonferenz über "Ländergemeinsame Umsetzungsrichtlinien für die Anpassung von Regelungen und Verfahren bei der Einstellung in Vorbereitungs- und Schuldienst". Auf einem Ministertreffen in Berlin wollte man am Donnerstag den Durchbruch erzielen. Doch wie so oft steckt der Teufel im Detail.

Während sich 15 Bundesländer im Grundsatz nahezu einig waren, wurde noch bis zuletzt über bayerische Sonderwünsche gestritten. Hintergrund ist, dass das Bundesbildungsministerium die völlige berufliche Mobilität der Pädagogen innerhalb Deutschlands zur Vorbedingung für ein Sonderprogramm zur Verbesserung der Lehrerausbildung gemacht hat. Der Bund hat dafür den Ländern in Aussicht gestellt, bis 2023 Ausbildungsprojekte an den Hochschulen mit jeweils 50 Millionen Euro jährlich zu unterstützen. Doch ohne Mobilitäts-Garantie soll kein Bundesgeld fließen.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de