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Lebensphase 30+ der berufstätige Single

Katja Stricker
Miete ade. Spätestens in zehn Jahren möchte Sabine Schuster in ihrer eigenen Wohnung leben. Um sich diesen Traum zu erfüllen, zahlt die Redaktionsassistentin aus München in einen Bausparvertrag über insgesamt 7.500 Euro ein. Daneben legt sie möglichst jeden Monat einige Hundert Euro aufs Sparbuch, denn in zwei Jahren ist ein neues Auto fällig. Abgesichert ist Schuster durch eine Privathaftpflicht- und eine Unfallversicherung.
Das ist der Fall:

Miete ade. Spätestens in zehn Jahren möchte Sabine Schuster in ihrer eigenen Wohnung leben. Um sich diesen Traum zu erfüllen, zahlt die Redaktionsassistentin aus München in einen Bausparvertrag über insgesamt 7.500 Euro ein. Daneben legt sie möglichst jeden Monat einige Hundert Euro aufs Sparbuch, denn in zwei Jahren ist ein neues Auto fällig. Abgesichert ist Schuster durch eine Privathaftpflicht- und eine Unfallversicherung.

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Die 31-Jährige lebt zurzeit alleine. Konkrete Familienpläne hat sie nicht, können aber noch kommen. Wie und wo sie später ihren Ruhestand verbringen will, weiß Sabine Schuster noch nicht.

?Anlegen und Vergessen? ? so stellt sich die junge Berufstätige die ideale Geldanlage vor. Sie plant zwar langfristig, möchte sich aber nicht ständig mit ihren Investments beschäftigen. Aktien sind nicht ihre Sache ? zu risikoreich.

Das rät der Experte:

Frau Schuster spart für ganz konkrete Ziele, wie das Auto oder die Eigentumswohnung; das ist sehr gut. Bei der Anlageform rate ich aber einiges zu ändern: Das Sparbuch sollte sie durch ein Tagesgeldkonto bei einer Direktbank ersetzen ? das bringt wesentlich mehr Zinsen und ist genauso sicher. Der Bausparvertrag macht nur Sinn, wenn er tatsächlich für die Finanzierung der Wunschimmobilie genutzt wird und Frau Schuster die staatliche Förderung mitnehmen kann. Wenn sie lieber auf Nummer Sicher gehen will und bereit ist, jetzt auf Guthabenzinsen zu verzichten, um später ein günstiges Bauspardarlehen zu erhalten, ist ihre jetzige Wahl okay. Für eine Eigentumswohnung wird die Bausparsumme aber nicht reichen. Dann müsste sie sich noch einen weiteren Bausparvertrag zulegen.

Mögliche Alternative zum Bausparen: Eigenkapitalaufbau mittels Renten- und Immobilienfonds. Denn je mehr Eigenkapital Frau Schuster hat, wenn der Wohnungskauf ansteht, um so weniger Schulden muss sie machen. Risiko dabei: Die Kreditzinsen könnten dann höher sein, als beim Bauspardarlehen.

Erste Priorität für Frau Schuster sollte ? typisch für diese Lebensphase ? die Absicherung der Grundrisiken sein: Eine Privathaftpflicht hat sie. Aber um eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) sollte sie sich dringend kümmern, denn der gesetzliche Schutz reicht im Ernstfall nicht aus. Die Unfallversicherung ist dazu keine Alternative und könnte im Gegenzug gekündigt werden. Eine BU-Versicherung über 1.500 Euro Rente im Monat kostet Frau Schuster bei einem guten und günstigen Versicherer knapp 100 Euro monatlich. Das sollte sie unbedingt investieren.

Da Frau Schuster eher sicherheitsorientiert ist, kann sie für ihre Altersvorsorge auch eine Lebens- oder Rentenversicherung abschließen ? als Alternative zum gängigen Aktienfondssparen. Statt einer deutschen Versicherung könnte Sabine Schuster eine Versicherung wählen, die nach britischen Anlagerichtlinien investiert. Vorteil: Langfristig höhere Renditeerwartungen bei gleichzeitiger Absicherung des Kapitals. Ein einmal erreichter Wert des Versicherungsguthabens kann dank einer Garantieklausel nicht mehr sinken.
Dieser Artikel ist erschienen am 23.01.2003