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Lars Böddener

Vlerick Vollzeit-MBA
Wie kam ich zum Vlerick MBA in Leuven?
Wo liegt der ?Return on Investment? eines MBA?
?Meet & greet? in Leuven
Der Erwartungshorizont wird abgesteckt
Kurz vor der Bewerbung - Fragen über Fragen...







Der Vlerick Vollzeit-MBA ist zwar ?Belgische Spitze?, aber im Vergleich zu jenem feinen Stoff und ?Belgischen Pralinen? ist das Programm noch nicht bei allen MBA- Interessenten in Deutschland bekannt. Mit diesem MBA-Tagebuch werde ich Euch über meinen Studienverlauf sowie das Leben in Belgien auf dem Laufenden halten. Nach insgesamt sieben Jahren Berufserfahrung bei einem internationalen Markenartikler begann für mich im August 2004 der Wiedereinstieg ins Studentenleben. Ich war auf den Vlerick MBA während meines dreijährigen Auslandseinsatzes in Brüssel aufmerksam geworden. Mich überzeugten daran besonders die kurze Studiendauer, die kleine, internationale Studentengruppe, die internationale Reputation sowie ein exzellentes Preis- Leistungsverhältnis.

Die besten Jobs von allen

Teilzeit- oder Vollzeit-MBA?Mitte August 2004 sollte für mich der Wiedereinstieg ins Studentenleben beginnen. Da ich mich für einen Teilzeit MBA interessierte, wurde ich auch auf die Vlerick Business School aufmerksam. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete ich seit zwei Jahren in Brüssel. Da sich mein Job in der europäischen Produktbereichszentrale eines internationalen Elektronik- und Unterhaltungskonzerns sehr gut entwickelte, versuchte ich meinen Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass ein Teilzeit-MBA eine gute Möglichkeit wäre, meine Ausbildungsziele und berufliche Entwicklung miteinander zu verbinden. Meine Vorgesetzten unterstützten uneingeschränkt die Idee, einen MBA zu machen. Jedoch meinten sie, dass sich die zeitlichen Anforderungen im Job kaum mit der erheblichen zeitlichen Beansprachung eines Teilzeit-MBAs vereinbaren liessen. Im nachhinein bin ich meinen Chefs sehr dankbar, dass sie mich vor der ausserordentlichen Belastung eines Teilzeit-MBA bewahrt haben. Sehr positiv war auch, dass mir die Bewerbung zum Teilzeit-MBA als ein ?Testlauf? dienen konnte. Zum einen, um das ?Projekt? MBA mit meinem Arbeitgeber abzusprechen, zum anderen, um zu sehen, ob ich die Qualifikationen besitze, um den hohen Anforderungen einer führenden Business School zu entsprechen. Wie kam ich zum Vlerick MBA in Leuven?Der Name ?Vlerick? ist in Belgien sehr bekannt. Prof. Dr. Andre Baron Vlerick, herausragender Unternehmer, Gelehrter sowie Wirtschaftsminister im Nachkriegs-Belgien, legte im Jahr 1953 an der Universität Gent den Grundstein der ?Vlerick Management School?. Im Jahr 1999 vereinten die beiden führenden flämischen Hochschulen Katholieke Universiteit Leuven und Universiteit Gent ihre MBA-Programme in der neu gegründeten ?Vlerick Leuven Gent Management School?. Mit dieser Neugründung begann auch die verstärkte Internationalisierung der MBA-Ausbildung. Als ich mich für den Teilzeit-MBA bewarb, beeindruckte mich, wie unkompliziert und gut organisiert das Aufnahmeverfahren gestaltet ist. Man kann sich entweder schriftlich bewerben (mit ähnlichen Anforderungen wie bei anderen fuehrenden Schulen) oder an einem On-Campus Assessment Centre in Gent teilnehmen. Bei diesem eintägigen Auswahltag absolviert man zunächst einen Mathe- und Logiktest (ähnlich wie GMAT) sowie eine Englischprüfung. Anschliessend wird man von zwei unterschiedlichen Auswahlgremien zur Motivation und Berufserfahrung befragt. Noch am selben Tag gibt es eine Antwort, ob man den Test bestanden hat und somit aufgenommen ist (sofern es noch freie Plaetze gibt).Der Test für den Teilzeit-MBA ist derselbe wie für den Vollzeit-MBA und die Prüfungsordung erlaubte es, dass mein bestandener Test auch im folgenden Jahr noch Gültigkeit hatte. Dass gab mir ausreichend Zeit, um mich über den Vlerick Vollzeit-MBA sowie über andere Vollzeit-MBAs zu informieren. Am Ende hatte ich meine Auswahl auf zwei Wunschschulen eingegrenzt: IMD in der Schweiz, sowie, nach wie vor, Vlerick in Belgien. Durch ein Nachwuchsförderprogramm meiner Firma konnte ich für zwei Wochen den Unterricht bei IMD kennenlernen. Die Schule besticht in der Tat durch exzellente Lehre, Ausstattung, Lage, Unternehmenskontakte und einen weltweiten Ruf. Dafür muss man allerdings auch bei IMD im Vergleich zum Vlerick MBA ca. EUR 38,000 zusätzlich (!) an Studiengebühren berappen. Das ist eine stolze Summe, insbesondere, wenn man den ?Return? eines MBAs etwas nüchtener betrachtet. Zu berücksichtigen sind auch die wesentlich höheren Schweizer Lebenshaltungskosten im Vergleich zu Belgien. Die wesentlichen Gründe, dass ich Vlerick wählte, waren eine kurze Studiendauer (weniger als 1 Jahr), eine kleine und internationale Studentengruppe (IMD läßt 90, Vlerick läßt 60 Studenten zu), die internationale Reputation und Akkredetierungen, sowie ein exzellentes Preis- Leistungsverhältnis.Wo liegt der ?Return on Investment? eines MBA?MBA-Schulen werben gerne mit den Gehaltssprüngen, mit denen ihre Absolventen rechnen können. Jedoch sollte man bedenken, dass große Gehaltssteigerungen vor allem bei Firmenwechseln passieren. Da ein Vollzeit-MBA in der Regel mit dem Ziel eines Firmenwechsels verbunden ist, und Schulen mit Firmenkontakten, Messen und Alumninetzwerken in der Tat bei der Jobvermittlung helfen, liegt es in der Natur der Sache, dass die MBA-Absolventen Gehaltssprünge machen. Jedoch sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Gute Leute werden auch ohne einen MBA Karriere machen (und hohe Gehälter beziehen). Firmen achten freilich auch bei MBA-Absolventen sehr auf die Berufserfahrung und den gesamten Lebenslauf. Zudem ist ein MBA kaum ein Garant für eine langfristige Karriere. Richtig ist jedoch, dass das MBA-Auswahlverfahren führender Schulen in der Regel sicherstellt, dass sich Talente in einer Klasse zusammenfinden, die (so oder so) motiviert einen erfolgreichen Berufsweg gestalten und meistern wollen.Bezogen auf meine Wahl der MBA-Schule, war mir nicht klar, wie IMD mir bei wenigstens EUR 38,000 Mehrkosten den zusätzlichen ?Return on Investment? bringen könnte, zumal ich mich in der Entscheidungsphase durch die Gasthörerschaft an Vorlesungen und durch Gespräche mit Studenten von der exzellenten Qualität des Vlerick Vollzeit-MBAs überzeugen liess. Auch gefiel mir die Aussicht, mit der Vlerick Leuven Gent Business School an einer Schule zu studieren, die die Ressourcen zweier führender europäischen Universitäten nutzt, und dass der Vollzeit-MBA in einer zauberhaften und doch realen Universitätsstadt wie Leuven stattfindet.?Meet & greet? in Leuven: Kollegen heißen jetzt KommilitonenDer Vlerick Vollzeit-MBA beginnt mit zwei Einführungswochen im August, denen sich ein kurzes ?Sommersemester? anschließt.Leuven zeigte sich im Spätsommer von seiner besten Seite: Blauer Himmel, Sonnenschein, ein schöner Park vor der Schule, eine zauberhafte Altstadt, ein buntes Treiben in vielen Gassen, Plätzen und Straßencafes der historischen Universitätsstadt. Leuven liegt bekanntermaßen im geschäftstüchtigen Flandern, das in charmanter Weise südeuropäische Lebenskultur (z.B. gutes Essen und Trinken) mit mitteleuropäischer Bodenständigkeit zu verbinden weiss.Die Programmleitung nutzte die ersten Tage, um mit Teamspielen ein schnelles und spaßiges Kennenlernen aller Kommilitonen zu gewährleisten. Da ich schon Vorkenntnisse über Leuven, die Schule, den Studienverlauf, die Qualität der Lehre hatte, und bereits den Programmdirektor und sein Mannschaft kannte, war für mich die Studiengruppe die größte verbleibende ?Unbekannte?. Der mit der Gründung der Vlerick Leuven Gent Management School im Jahre 1999 als ?neu? eingestufte Internationale Vlerick Vollzeit-MBA wurde im Herbst 2003 vom Economist (EIU) Ranking zum ersten Mal bewertet und schaffte auf Anhieb den Sprung unter die ?Top 50?. Im Frühjahr 2004 erhielt der Vlerick MBA die ?Tripple Accredetion? (EQUIS, AMBA, AACSB). Unsere Klasse (?Class of 2005?) ist der erste Jahrgang, den die Programmleitung vor dem Hintergrund einer anerkannten weltweiten Reputation rekrutieren konnte. Es gehört schon etwas Mut dazu, sich auf einen relativ ?neuen? MBA einzulassen, und die Studiengruppe ist bei einem Vollzeit-MBA mehr als das Salz in der Suppe. So war ich sehr gespannt, mit wem ich das kommende intensive MBA-Jahr erleben würde. Nach den ersten zwei Einführungstagen war ich auf Anhieb von unserer Studiengruppe begeistert! 51 Studenten aus 25+ Nationen ? das ist schon eine besondere Erfahrung, die man vielleicht nur im MBA machen kann. Der Altersdurchschnitt liegt bei 31 Jahren (Spektrum von 25 bis 40), die durchschnittliche Berufserfahrung bei 7 Jahren (Spektrum von 3 bis 20). ?Diversity at Work? wurde schnell zum Motto unserer Klasse. Alle waren überwältigt von der Vielfalt an Kulturen, Ausbildungen, Berufserfahrungen und Persönlichkeiten, die sich in Leuven zum ?Abenteuer? MBA eingefunden hat.Der Erwartungshorizont wird abgestecktDer Programmdirektor investierte gleich zu Beginn einen Tag, um den gegenseitigen Erwartungshorizont von Studenten und Schule zu eruieren. Das war außerordentlich hilfreich. Z.B. bestätigte er, dass ein MBA keine ?Zauberformel? für Erfolg in Job & Karriere bietet. Die Ausbildung sei freilich gut und hilfreich. Letztendlich sei aber jeder selbst seines Glückes Schmied. Auch regte er an, unsere persönliche MBA-Motivation aufzuschreiben und gut zu verwahren. Er verwies auf seine eigene MBA-Erfahrung, und erklärte, dass dieser Zettel besonders während Motivationskrisen, die wir mit Sicherheit durchlaufen würden, hilfreich sein werde. Ich schrieb fünf Gründe in mein Notizbuch, warum ich einen MBA mache: (1.) Vervollständige Deine akadamische Ausbildung. (2.) Frische Dein theoretisches Wissen nach 8 Jahren Berufserfahrung auf. (3.) Lerne neue Leute kennen, erweitere Dein internationales Netzwerk. (4.) Lerne von anderen Leuten, betrachte Dich selbst von einer anderen Perspektive. (5.) Nutze den MBA als ein langfristige Investition in Deine Karriere.Ich bin gespannt, ob sich diese Ziele verwirklichen werden, und wie oft ich wohl meine Notiz vom August 2004 während des einen MBA-Jahres zur Motivation aus meiner Tasche ziehen muss... Kurz vor der Bewerbung - Fragen über Fragen...Als eine Reaktion auf mein MBA-Tagebuch habe ich kurz vor Weihnachten eine Mail von einem Interessenten erhalten. Hier die sehr guten Fragen und hoffentlich nützlichen Antworten in Englisch:Q: After around 1/3 of the program, has it met or even exceeded your expectations so far?A: The program has fully met, in some area exceeded my expectations. The greatest "unknown" was the student group. I think the program management did a great job in selecting a diverse group of talents. It's a small group of 50 people. The levels of teamwork and trust are very high.Q: The programme structure seems to be quite fixed with limited elective choice. Is this the case and what room is available to specialise? Does the project allow room to specialise?A: Yes, it's a very tight schedule. The great thing is that all classes are linked to each other and the professors know very well what was taught before. The only electives during semester 1 and semester 2 are to go to Milan for "Design Management" (I was there last week) and to Barcelona for "International Management" (in March/April). The most important specialisation will be indeed the final in-company project. You will team up with one other student. You can acquire your own project or apply for a project provided by the industrial liaison office.Q: What have the connections with companies/recruiters been like so far? Are the links to companies/recruiters limited mostly to the Benelux region? One feedback from a past student that I read said the school should focus on more that just the Flemish community. Do you think it is still the case that there is a regional focus or would you describe the program as European/international?A: The peak season for job applications will be February/March. The Vlerick Business School has thanks to the location close to Brussels a great network with multinationals located in Belgium, who often have their international HQ functions here. The Vlerick MBA is member of "MBA Exchange", an internet job search platform for selected MBA schools and recruiters. I loaded my CV and search criteria in November and was already contacted by one company. It seems to work. Overall job searching is the responsibility of students. The school facilitates the process and has a rich network with Belgian and foreign companies who offer jobs in Belgium, Europe and sometimes even overseas.Q: Are there any tips you could give as I am planning to take the on campus assessment procedure as I think this will give me more of a chance to show my strengths than the distance procedure.A: It's a good choice to go to the on-campus assessment centre. You will get a personal feel for the Vlerick style and will have a chance to meet other candidates and faculty. Prepare in the same way as you would prepare for the GMAT. The two written tests follow very much the GMAT approach for testing analytical and writing skills. The two interviews typically ask for your professional experience and motivation of doing an MBA.Q: Approximately what budget should one plan for one year stay in Leuven? If you don't mind me asking, how are you financing your MBA?A: A big advantage of the Vlerick MBA is its location. Leuven is a small and very affordable student town. MBA students usually rent a studio (small room with own batch and cooking facility). Rents start at EUR 250,- per month. For a good studio you should budget EUR 300,- per month. Mobile phone is a must and a bit expensive in Belgium. My bill is usually around EUR 100,- per month, including international calls. Books are included in the tuition fee. The rest is food, drinks and leisure - all at your discretion. The optional weeks at Milan and at Barcelona are additional cost at around EUR 800,- per week (flight, accommodation, food and many drinks). Personally I am living in Brussels, where I worked and lived the three years before. I am commuting by train (it's only half an hour from Brussels to Leuven) which is another EUR 110,- per month. I am financing the MBA from personal savings.
Dieser Artikel ist erschienen am 19.11.2004