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Langzeitstudenten

Bis zu zehn Prozent der Studenten werden die Unis verlassen, wenn man Studiengebühren für Langzeitstudierende einführt. Allein Nordrhein-Westfalen müsste dadurch ab dem Sommersemester 2004 auf über 50.000 Studenten verzichten. Hamburg, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz, später wohl auch Bayern und Hessen droht ein ähnliches Schicksal. In Baden-Württemberg kennt man die Auswirkungen der Studiengebühren, die im Wintersemester 1998/99 eingeführt wurden. Und aus dem "Ländle" stammt auch die Zehn-Prozent-Prognose.

Hochschul-Kanzler müssen Abstriche machen, da sie mit Abnahme der Studierendenzahl weniger Landeszuschüsse erhalten. Mit fatalen Auswirkungen müssen die Studentenwerke rechnen: Deren Haupteinnahmequelle sind die Semesterbeiträge.

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"Wenn es zu diesem Bruch kommt, stellt uns das vor riesige finanzielle Probleme", ahnt Manfred Losen vom Düsseldorfer Studentenwerk. Auf 84 Euro pro Student muss der Dienstleister jedes Jahr verzichten. Losen erwartet, dass noch mehr Saisonkräfte eingestellt, Leistungen gekürzt und Abgabepreise erhöht werden. Im Umkehrschluss heißt das: Auch die Regelzeitstudenten müssen tiefer in die Tasche greifen.
Dieser Artikel ist erschienen am 01.11.2003