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Längere Probezeit ohne Erfolg

Die geplante Verlängerung der Probezeit von sechs auf 24 Monate wird kaum neue Jobs bringen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Job- und Wirtschaftsmagazins karriere unter 64 deutschen Konzernen und mittelständischen Unternehmen, die insgesamt mehr als eine Million Mitarbeiter beschäftigen.Danach wollen 92 Prozent der befragten Unternehmen trotz der gelockerten Regeln die Zahl der Arbeitsplätze unverändert lassen. Nur fünf Prozent planen Neueinstellungen; drei Prozent möchten sogar Stellen abbauen.

Die besten Jobs von allen

Noch im Mai 2004 hatten bei einer Umfrage des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) rund 70 Prozent der befragten Unternehmen angekündigt, bei gelockertem Kündigungsschutz zusätzliche Stellen zu schaffen.Absolventen und junge Berufstätige ziehen daraus ihre Konsequenzen: Einer aktuellen Online-Umfrage auf karriere.de unter gut 200 Teilnehmern zufolge, wirkt sich die neue Regelung massiv auf die Lebens- und Karriereplanung sowie das Konsumverhalten aus.So wollen 13 Prozent die Familiengründung aufschieben, bis sie die 24-monatige Probezeit hinter sich haben. Auf große Reisen, Auto- und Wohnungskauf sowie andere größere Anschaffungen werden 14 Prozent vorerst verzichten, und 16 Prozent geben an, ihren festen Job nicht mehr ohne Not aufzugeben.Da Unternehmen künftig die Wahl zwischen sechs und 24 Monaten Probezeit haben, können begehrte Bewerber im Vorstellungsgespräch pokern.?Vor allem Führungskräfte, Spezialisten und hochqualifizierte Absolventen mit seltenem Fachwissen werden künftig mit kurzen Probezeiten in Unternehmen gelockt?, sagt Jörn Hüsgen, Chefredakteur karriere.20 Prozent der Umfrageteilnehmer auf karriere.de haben sich bereits vorgenommen, bei der Einstellung auf einer kurzen Probezeit zu bestehen.Die Februar-Ausgabe von karriere erscheint am 27. Januar 2006.
Dieser Artikel ist erschienen am 25.01.2006