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Kurs und gut

Planung, Auswahl, Kosten und mehr: 28 Fragen rund ums Thema Weiterbildung ­- und die richtigen Antworten. .

Lebenslang bilden

Wann wird Weiterbildung für mich wichtig?

Jede berufliche und manche private Veränderung kann eine Weiterbildung erforderlich machen. Beispiele: Beförderung/Aufstieg, neue Aufgaben im Job, Berufswechsel, drohender Arbeitsplatzverlust, Rückkehr in den Beruf nach längerer Pause, eingeschränkte Erwerbsfähigkeit durch Krankheit, Einstieg in die Selbstständigkeit. Neben diesen sichtbaren Einschnitten in der Biografie ist aber auch der Berufsalltag Anlass genug, Wissen zu aktualisieren und zu erweitern.

Die besten Jobs von allen


In welchen Berufen und Branchen ist der Fortbildungsdruck am größten?

Ein hoher Lernbedarf kennzeichnet alle Berufe und Tätigkeiten, die sich rasch verändern. Beispiele sind Forschung und Entwicklung, Software-Entwicklung, unternehmensnahe Dienstleistungen wie Produktdesign oder Werbung, beratungsintensive Tätigkeiten, Managementfunktionen.

Bin ich durch mein Studium nicht erst mal auf Jahre mit Wissen versorgt?

Früher hieß es, dass Studieninhalte fünf Jahre frisch bleiben, bevor sie veralten. Heute beträgt die "Halbwertzeit" von Wissen in einigen Branchen wie IT gerade mal ein halbes Jahr. Für alle Branchen gilt: Je höher der formale Bildungsabschluss und je anspruchsvoller die Tätigkeit ist, desto rascher steigen die Anforderungen an die fachliche und soziale Kompetenz. Erhebungen des Bundesbildungsministeriums zeigen, dass Erwerbspersonen mit Abitur sich doppelt so oft weiterbilden wie jene mit einfacher Schulbildung. Leitende Angestellte und Beamte haben mit 52 Prozent beziehungsweise rund 60 Prozent die höchsten Teilnahmequoten.

Was ist wichtiger: Fachwissen oder Sozialkompetenz erweitern?

Auf die Mischung kommt es an ­ und die ist je nach Beruf unterschiedlich. Je höher Sie in der Hierarchie stehen und je mehr Führungsverantwortung Sie haben, desto stärker sollten Sie sich um Ihre Sozialkompetenz kümmern. Gleiches gilt, je unklarer Ihre Aufgaben im Job definiert sind und je mehr Kundenkontakte Sie haben.

Zahlt sich Weiterbildung für die Karriere aus?

Höchstwahrscheinlich. Zwei von drei Arbeitnehmern, die an Weiterbildung teilgenommen haben, sind beruflich vorangekommen ­ so das Ergebnis einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelstags. Und immerhin die Hälfte der Befragten hat sich finanziell verbessert.

Welches Arbeitsumfeld bietet die besten Bedingungen für Weiterbildung?

Große Unternehmen sind am ehesten bereit, Kurse und Seminare zu bezahlen. Außerdem findet in großen Unternehmen Weiterbildung öfter während der Arbeitszeit statt, wohingegen viele Mitarbeiter kleiner und mittlerer Unternehmen abends oder am Wochenende büffeln müssen. Dies zeigt eine Untersuchung des Hochschul-Informations-Systems, das Hochschulabsolventen fünf Jahre nach dem Examen befragt hat. Die Studie hat außerdem ergeben: Teilzeitkräfte und Angestellte, die unter ihrer formalen Qualifikation arbeiten, erhalten weniger Chancen, ihre Qualifikation aufzubauen. Noch ein Manko: Die Konjunkturkrise hat in vielen Unternehmen dazu geführt, dass Weiterbildungsetats zusammengestrichen werden.

Smart lernen

Welche Lernformen gibt es, und welche sind empfehlenswert?

Das Spektrum reicht von Selbststudium und Online-Unterricht über Vorträge, Gruppengespräche, Plan-/Rollenspiele bis zu Projektarbeit, Exkursionen und Praktika. Jede dieser Lernformen hat Vor- und Nachteile, zum Beispiel ermöglicht das Selbststudium höchste zeitliche und örtliche Flexibilität, muss aber ohne fachliche und didaktische Hilfestellung auskommen. Eine gute Weiterbildung kombiniert mehrere Methoden, wobei der Schwerpunkt auf handlungsorientierten Lernformen wie Projektarbeit in Teams liegt.

Wer kann mich professionell beraten?

Arbeitsämter, Kammern, Berufsverbände, Gewerkschaften und Volkshochschulen haben eigene Bildungsberatungs- und Informationsstellen für berufliche Fortbildung. Allein die Industrie- und Handelskammern beschäftigen über 300 Weiterbildungsberater, die ihre Hilfe kostenlos anbieten. Oder Sie wenden sich an einen der freiberuflichen Karriere- oder Berufsberater, die allerdings Honorare bis 100 Euro pro Stunde berechnen. Der Deutsche Verband für Berufsberatung bietet Ihnen im Internet eine kleine Suchmaschine, mit der Sie einen Berater in Ihrer Nähe ausfindig machen können.
www.bbregister.de, www.ihk.de ("Aus- und Weiterbildung" anklicken, dann "Weiterbildungsberatung")

In welchen Fällen reicht einfach ein Buch?

Wenn es um reine Wissensaufnahme geht und Sie ausreichende Vorkenntnisse haben, bringt ein gutes Fachbuch Sie sicher weiter. Beispiel: Sie sind Betriebswirt im Finanz- und Rechnungswesen und wollen die US-amerikanischen Bilanzierungsregeln kennen lernen. Für die Einarbeitung in eine völlig neue Materie oder das Training von Sozialkompetenz aber ist interaktives Lernen deutlich effektiver.

Was ist von Fernunterricht zu halten?

Die Vorteile: zeit- und ortsunabhängiges Lernen, Vertiefung des Stoffs nach eigenem Gusto, kostenlose Schnupper-Lerneinheiten. Die Nachteile: verzögerte Kontrolle der Lernfortschritte, in der Regel kein Austausch unter den Fernschülern, hohe Ansprüche an Selbstdisziplin. Und verhaltensorientierte Themen wie Verkaufstraining lassen sich auf Distanz nur schwer vermitteln. Qualitätsmerkmale für Fernunterricht sind individuelle Betreuung durch Tutoren und ständige Aktualisierung des Unterrichtsmaterials. Die staatliche Zentralstelle für Fernunterricht hat rund 1.300 Fernlehrgänge zugelassen, die von 200 Instituten angeboten werden.
www.fernschulen.de

Welche Vorteile hat E-Learning?

Im Prinzip die gleichen wie Fernunterricht. Ein zusätzlicher Pluspunkt ist die zeitnahe Interaktivität, die eine bessere Kontrolle der Lernfortschritte ermöglicht und ­ bei einer guten Software ­ den Spaßfaktor und damit die Motivation erhöht. Nach einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft ist das Lernen am PC mittlerweile so verbreitet wie die Teilnahme an Seminaren und Lehrgängen.

Was zeichnet einen guten E-Learning-Kurs aus?

Ein offizielles Gütesiegel gibt es nicht, wohl aber eine Reihe von Merkmalen, die für Qualität sprechen: Prüfung durch die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht, renommierte Autoren, genaue Beschreibung der Lehrinhalte, kostenlose oder stark verbilligte Testversion, ausgeprägte Interaktivität, modularer Aufbau in einzelnen Lerneinheiten, Hausaufgaben, Verständnistests und ein Umfang von mindestens 60 Stunden. Bei berufsqualifizierenden Kursen oder Studiengängen muss das Abschlusszeugnis von Behörden oder Zulassungsstellen als einem Präsenzkurs gleichwertig anerkannt sein. Dies wiederum setzt Präsenzprüfungen voraus.

Was bedeuten im E-Learning Fachbegriffe und Abkürzungen wie CSCL, LMS oder XML?

Am besten nachschlagen im virtuellen E-Lexikon, das der Gerhard May Verlag online gestellt hat.
www.managerseminare.de/elexikon

Richtig planen

Wie viel Zeit soll ich für Weiterbildung aufbringen?

Das hängt davon ab, welches Ziel Sie anstreben und wie viel Zeit Ihnen neben Job und Familie übrig bleibt. Zwei Stunden pro Woche sollten aber drin sein. Am besten, Sie führen ein persönliches Weiterbildungskonto ähnlich den Arbeitszeitkonten, wie es sie in einigen Unternehmen gibt: Ihre "Pflichtstunden" gleichen Sie vierteljährlich durch Seminarbesuche, Lesen von Fachbüchern etc. aus. Mehr als zehn Fehlstunden sind nicht erlaubt.

Eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft hat übrigens ergeben, dass Otto Normallerner im Schnitt 43 Stunden pro Jahr in Seminaren und Lehrgängen sitzt. 13 Stunden widmet er der Fachlektüre, und sechs Stunden lernt er am PC.

Wie überzeuge ich meinen Arbeitgeber, mir eine Weiterbildung zu genehmigen?

Betonen Sie den Nutzen, den das Unternehmen hat, wenn es in Ihre Weiterbildung investiert: Qualifizierte Mitarbeiter sind produktiver und loyaler, haben originellere Ideen, treten überzeugender gegenüber Kunden auf, ziehen Kollegen und Mitarbeiter besser mit. Leugnen Sie nicht Ihren persönlichen Vorteil, aber deuten Sie ihn um: Statt von Karrierechance sprechen Sie von neuer Herausforderung und Ihrer Bereitschaft, besonders schwierige Aufgaben anzupacken.

Schneiden Sie das Thema nicht zwischen Tür und Angel an, sondern bitten Sie Ihren direkten Vorgesetzten um einen Termin für ein Mitarbeiter- oder Jahresgespräch. Erst in diesem Gespräch stellen Sie ihm die konkrete Weiterbildungsmaßnahme mit allen Infos zu Inhalt, Dauer, Kosten, Abschluss vor. In der Hinterhand sollten Sie eine preiswertere und eine inhaltlich etwas abgewandelte Alternative haben.

Habe ich Anspruch auf Bildungsurlaub?

Da Bildung Ländersache ist, gibt es keine bundesweit einheitliche Regelung. In Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein darf sich jeder Arbeitnehmer fünf Tage im Jahr oder zehn Tage binnen zwei Jahren bei laufenden Bezügen freistellen lassen, um an beruflicher, politischer oder ­ mit Einschränkungen ­ allgemeiner Weiterbildung teilzunehmen. In Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen besteht ein Anspruch nur im öffentlichen Dienst oder wenn Bildungsurlaub im Arbeits- bzw. Tarifvertrag verankert ist.
www.bildungsurlaub.com

Was muss ich beim Abschlusszertifikat beachten?

Für die Teilnahme an einem Tagesseminar können Sie in der Regel kein großartiges Zertifikat verlangen. Meist wird nur die "erfolgreiche Teilnahme" bescheinigt ­ bei Fachtagungen noch nicht einmal dies. Haben Sie hingegen einen mehrtägigen Lehrgang/Kurs absolviert, können Sie auf einem qualifizierten Zeugnis bestehen, das detailliert den Inhalt der Weiterbildung und Ihre Leistungen beschreibt. Soll der Abschluss dazu berechtigen, eine allgemein anerkannte Berufsbezeichnung zu tragen, müssen Sie eine staatliche oder Kammerprüfung ablegen. Ohne eine solche Prüfung ist das Zertifikat wertlos.

Vorsicht: Mancher private Anbieter täuscht durch Namensähnlichkeiten ein anerkanntes Bildungsziel vor. Doch zwischen "Betriebswirt VWA" (anerkannter Abschluss der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien) und "Geprüfter Betriebswirtschafter" (Marke Eigenbau eines privaten Anbieters) liegen Welten.

Wie vermarkte ich meine Weiterbildung in künftigen Bewerbungen?

Erwähnen Sie im Anschreiben nur solche Weiterbildungen, die 100-prozentig zur angestrebten Stelle passen. Steht in der Anzeige zum Beispiel "Ingenieur mit betriebswirtschaftlicher Denke gesucht", dürfen Sie neben Ihrem technischen Studium ruhig auf einen Lehrgang in Rechnungswesen und Controlling hinweisen. Im Lebenslauf können Sie Lehrgänge und Kurse unter "Berufspraxis" chronologisch oder thematisch einordnen. Sie können auch einen eigenen Punkt "Weiterbildung" am Schluss des Lebenslaufs einrücken.

Beschränken Sie sich auf maximal fünf berufsrelevante Fortbildungen. Benennen Sie Thema, Zeitraum, Anbieter (mit Standort) und Abschluss der Schulung und fügen Sie Zeugnisse bei. VHS-Bescheinigungen über Yoga-Kurse oder gesunde Ernährung haben in der Bewerbung natürlich nichts zu suchen.

Clever finanzieren

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Neben den direkten Lehrgangskosten/Studiengebühren müssen Sie Ausgaben für Lehrmaterial, Prüfungen, Fahrt- und Übernachtungskosten kalkulieren. Stehen mehrere inhaltlich gleichwertige Angebote zur Wahl, sollten Sie folgende Punkte prüfen: Handelt es sich bei den direkten Kursgebühren um Festpreise, oder sind Nachforderungen des Veranstalters möglich? Welche Arbeitsmittel und Bücher sind im Preis enthalten? Müssen Sie auf einmal zahlen, oder wird Ratenzahlung angeboten? Bei einer längerfristigen Weiterbildung sollten Sie auf monatlicher oder vierteljährlicher Zahlungsweise bestehen, damit Sie im Fall einer Kündigung des Vertrags nicht Ihren bereits gezahlten Gebühren hinterherlaufen.

Gibt es finanzielle Förderung vom Staat?

Sind Sie arbeitslos gemeldet oder von Arbeitslosigkeit bedroht, können Sie Fördermittel des Arbeitsamtes beantragen. Die Weiterbildungsmaßnahme muss als förderungswürdig anerkannt sein. Staatliche Zuschüsse gibt es außerdem für Arbeitnehmer nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (Meister-BaföG) und dem Dritten Buch des Sozialgesetzbuches. Anträge nehmen die kommunalen Ämter für Ausbildungsförderung bei den Kreisen und kreisfreien Städten entgegen. Maßgeblich ist nicht, wo die Weiterbildung stattfindet, sondern wo der Antragsteller wohnt.

Top-Absolventen bis 25 Jahre aus dualen Berufsausbildungen und aus den Gesundheitsfachberufen können sich für die "Begabtenförderung Berufliche Bildung" des Bundesbildungsministeriums bewerben. Die Förderung erstreckt sich über drei Jahre, pro Jahr sind maximal 1.800 Euro drin.

Stiftung Begabtenförderungswerk Berufliche Bildung, Adenauer Allee 148, 53113 Bonn, 02 28.10 44-1 00, 5 1 07, www.begabtenfoerderung.de

Was kann ich von der Steuer absetzen?

Das Finanzamt unterscheidet sehr genau zwischen Ausbildung und Fortbildung. Die Kosten für Ausbildung, nämlich das Erlernen des ersten oder eines neuen Berufs, werden nur bis maximal 920 Euro jährlich (bei auswärtiger Unterbringung 1.227 Euro) als Sonderausgaben anerkannt. Hingegen ist Fortbildung ­ alles, was Sie in Ihrem erlernten oder ausgeübten Beruf weiterbringt ­ oberhalb des Pauschbetrags von 1.044 Euro in unbegrenzter Höhe als Werbungskosten absetzbar.

Sie müssen anhand von Lehrgangsprogrammen, Zeugnissen etc. nachweisen, dass die Fortbildung einen eindeutigen beruflichen Bezug hat. Bei Sprachreisen sind die Finanzbeamten besonders kritisch: Sobald die Reise entfernt nach Spaß und Erholung riecht (z.B. nur vier Unterrichtsstunden am Tag), setzt der Rotstift an. Größere Chancen haben Sie bei Aufbaustudiengängen zum MBA oder beim BWL-Studium nach vorausgegangener Banklehre.

Abzugsfähig sind Zulassungs-, Teilnahme- und Prüfungsgebühren sowie Lehrmittel vom Fachbuch bis zum Bücherregal, Reise- und Übernachtungskosten.

Scharf auswählen

Welche Arten beruflicher Weiterbildung gibt es?

Die wichtigsten Gruppen sind:
· Lehrgänge oder Kurse, die auf einer anerkannten Fortbildungsordnung, etwa von einer Kammer, beruhen und die auf eine Kammer- oder staatliche Abschlussprüfung vorbereiten
· Umschulungen zur beruflichen Umorientierung
· berufsbezogene Studiengänge
· Anpassungsfortbildungen zum Erhalt und Ausbau der Qualifikation in einem erlernten Beruf.

Eine andere Unterscheidung richtet sich nach dem Umfang der Weiterbildung:
· Vollzeitmaßnahmen, die über einen bestimmten Zeitraum ganztägig laufen
· Teilzeitmaßnahmen, die berufsbegleitend entweder stundenweise oder in Blöcken durchgeführt werden
· Fernunterricht/Fernstudium
· E-Learning Wie groß ist der Weiterbildungsmarkt?

Jährlich finden mehr als eine Million öffentliche und firmeninterne Lehrgänge, Seminare, Tagungen, Trainings und Coachings in Deutschland statt. Die Zahl der Anbieter wird auf 35.000 geschätzt, wovon aber nur zehn Prozent mehr als 25 angestellte Mitarbeiter haben. Die 15 größten Weiterbildungseinrichtungen haben nach Angaben der Beratungs- und Marktforschungsgesellschaft Lünendonk Research im Jahr 2001 zusammen 1,2 Milliarden Euro umgesetzt. Die Wirtschaft lässt sich die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter pro Jahr 17 Milliarden Euro kosten, hat das Institut der deutschen Wirtschaft errechnet.

Welche Anbieter gibt es?

Die gemeinnützigen, bundesweit tätigen Weiterbildungseinrichtungen, die unter anderem Umschulungen im Auftrag des Arbeitsamts durchführen, machen den mit Abstand größten Umsatz. Hierzu gehören das DAA Bildungswerk der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft oder die FAA Bildungsgesellschaft. Die großen kommerziellen Anbieter wie Unilog Integrata Trainings oder GFN sind häufig auf Informations- und Kommunikationstechnik spezialisiert. Eine dritte Gruppe bilden die aus Industrie- und Dienstleistungsunternehmen ausgegliederten Weiterbildungsabteilungen, zum Beispiel Siemens Business Services oder Audi Akademie.

Daneben gibt es noch die auf Managementthemen fokussierten Anbieter wie Euroforum oder IIR. Die breite Basis des Marktes wird von Industrie- und Handelskammern, Volkshochschulen sowie den freiberuflich tätigen Trainern und Beratern geprägt.

Woran erkenne ich seriöse Anbieter?

Sie informieren umfassend ­ zum Beispiel stellen sie sich auf Weiterbildungsmessen mit ihren Lehrkräften vor und lassen Interessenten unverbindlich und kostenlos in Kurse hineinschnuppern. Sie nennen Abbrecher- und Durchfallquoten und führen regelmäßig Teilnehmerbefragungen durch, deren Ergebnisse sie offen legen. Ihre Werbeprospekte versprechen nicht mehr, als in den Verträgen mit den Kunden steht.

Worauf soll ich achten, bevor ich den Vertrag unterschreibe?

Folgende Angaben sollte der Vertrag enthalten: Ziel, Inhalte, Dauer und Ablauf der Weiterbildung, Zulassungsvoraussetzungen, Teilnehmerzahl, Kosten und Zahlungsweise, Kündigungs- und Rücktrittsmodalitäten, Rechtsbelehrung und Gerichtsstand, Allgemeine Geschäftsbedingungen oder Studienordnung.

Besonders wichtig sind die Hinweise zu Kündigungs- und Rücktrittsrechten ­ fehlen diese, unterschreiben Sie besser nicht. Grundsätzliche Fragen zur Vertragsgestaltung beantwortet der "Ratgeber für Fernunterricht", den Sie bei der Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) erhalten.
www.zfu.de

Einige Anbieter werben mit ihrem Qualitätsmanagement. Was ist davon zu halten?

Grundsätzlich kann es nicht verkehrt sein, wenn sich ein Weiterbildungsanbieter um Qualität bemüht. Allerdings dient manches Gütesiegel vornehmlich Marketingzwecken. Die Mitgliedschaft in Qualitätszirkeln, die von den Anbietern selbst ins Leben gerufen werden, ist daher wenig aussagekräftig. Zertifikate nach dem internationalen Normenkomplex DIN EN ISO 9000ff sind zwar "offiziell", bescheinigen aber keine Produktqualität, sondern nur, dass das Produkt in einem kontrollierten Verfahren hergestellt wurde.

Ein gutes Zeichen ist es, wenn der Anbieter einen renommierten Qualitätspreis vorweisen kann. Am bekanntesten sind der Malcolm Baldridge National Quality Award (MBNQA) und der Europäische Qualitätspreis EQA der European Foundation for Quality Management.

Welche Qualifikation darf ich vom Lehrpersonal verlangen?

Eine fachliche und erwachsenenpädagogische Qualifikation sollte sich von selbst verstehen. Seriöse Anbieter stellen ihre Lehrkräfte oder Trainer mit fachlichen Schwerpunkten und Hinweisen zur Qualifikation im Info-Material vor oder geben auf Nachfrage Einblick in eine entsprechende Liste. Ein Indiz für ein gutes allgemeines Niveau ist, dass auch hauptberufliche Dozenten, etwa von Universitäten oder Fachhochschulen, eingesetzt werden. Erkundigen Sie sich, ob Lehrkräfte zur fachlichen Beratung ständig ansprechbar sind.

Mehr Infos

www.studienwahl.de
Offizieller Server für Infos rund ums Studium im In- und Ausland sowie um die berufliche Ausbildung. Hier findet man rund 1.500 Studiengänge deutscher Hochschulen mit direktem Link zum Angebot.

www.studieren-im-netz.de
Überregionaler Wegweiser zu allen Online-Studienangeboten deutscher Hochschulen. Die Datenbank enthält über 1.400 Einträge, vor allem aus Informatik, Mathematik und Naturwissenschaften.

www.bibb.de
Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat unter dem Link "A.We.B" Informationen über die Aus- und Weiterbildung in zahlreichen Berufen zusammengestellt.

www.bildungsserver.de
Von Bund und Ländern getragenes Info-Portal mit zahlreichen Links zu Weiterbildung und Erwachsenenbildung.

www.abi-ev.de
Die Aktion Bildungsinformation ist eine gemeinnützige Verbraucherschutzorganisation, die sich auf Beratungen zu Fernunterricht, Sprachkursen, Sprachreisen, Fern- und Direktunterricht spezialisiert hat.

So finden Sie Ihr Seminar im Internet:

www.arbeitsamt.de
Die unter dem Logo "Kurs" versteckte Datenbank für Aus- und Weiterbildung von der Bundesanstalt für Arbeit ist die größte ihrer Art in Europa, mit knapp 600.000 Angeboten für Seminare, Kurse und Aufbaustudiengänge. Nachteil: Sie ist etwas unübersichtlich in der Bedienung und wird nur einmal im Monat aktualisiert. Wer seine bisherige Tätigkeit angibt, kann Vorschläge für berufsbezogene Weiterbildungen abrufen.

www.wis.ihk.de
Das Weiterbildungs-Informationssystem der Industrie- und Handelskammern enthält rund 15.500 Veranstaltungen. Besondere Selektionsmöglichkeiten gibt es für IT, Tourismus und Zusatzqualifikationen sowie für die Suche nach Trainern und Dozenten. Sehr hilfreich: eine Liste der kostenlos arbeitenden IHK-Weiterbildungsberater (unter "Downloads").

www.seminarboerse.de
Mit rund 17.000 Seminaren ist dieser Online- Weiterbildungsdienst eines der größten Angebote im deutschsprachigen Internet, mit Themen wie Management, Marketing, EDV und Gesundheit. Neben verbilligten Restplätzen gibt es auch kostenlose Seminare. Kurswünsche werden kostenlos ins Netz gestellt, damit Anbieter reagieren können.

www.karriere.com/seminare
Der Online-Katalog für Aus- und Weiterbildung listet rund 16.000 Seminare, Kongresse und Kurse von über 600 Anbietern auf. Eine separate Suche nach Trainern und Beratern, E-Learning-, Last-Minute- und Frühbucher-Angeboten ist möglich.

www.seminarmarkt.de
Hinter dieser Datenbank steckt das Weiterbildungs-Magazin "Manager-Seminare". Unter den mehr als 12.000 Veranstaltungen von 1.370 Anbietern sind auch kostengünstige Last-Minute-Seminare. Außerdem gibt es ein Nutzer-Forum, Infos zur Qualität in der Weiterbildung und die Möglichkeit, sich nach seinen individuellen Wünschen über neue Seminare informieren zu lassen.

www.seminus.de
Die Weiterbildungsplattform bietet über 10.000 Seminartermine aus 22 Kategorien. Interessenten können im Forum gezielte Anfragen stellen.

www.liquide.de
Die Datenbank des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln listet rund 380 Bildungsanbieter auf, die eine eigene Internet-Adresse haben. Einzelne Kurse werden jedoch nicht vorgestellt.

www.seminaranzeiger.de
Gut 3.000 Veranstaltungen in 760 Rubriken sind hier gelistet ­ darunter skurrile Selbsterfahrungs-Seminare wie "Hexenausbildung" und "Trampolintherapie" ­, aber auch etliche berufsbezogene Weiterbildungen.

www.last-minute-schulungen.de oder www.seminarfuchs.de
Für Schnäppchenjäger: Diese beiden gleichartigen Datenbanken enthalten rund 3.600 preisreduzierte Seminare und Last-Minute-Angebote.

www.ploteus.net
Die Website ploteus.net vermittelt Informationen zu Aus- und Weiterbildung in Europa. Ploteus ist ein Service der Europäischen Kommission.

www.teia.de
Teles European Internet Academy - zahlreiche Tipps und Links zur Online-Weiterbildung.

www.fortbildung-online.de
Ausführliche und nach Themen sortierte Adresssammlung von Fortbildungsangeboten.
Dieser Artikel ist erschienen am 17.04.2003