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Kündigung per SMS

Die britische Firma Accident Group hat neue Möglichkeiten der Mobiltelefon-Nutzung entdeckt. Per SMS-Botschaft teilte man 2500 Mitarbeitern mit, dass sie möglicherweise gefeuert seien.
Die britische Firma Accident Group hat neue Möglichkeiten der Mobiltelefon-Nutzung entdeckt. Per SMS-Botschaft teilte man 2500 Mitarbeitern mit, dass sie möglicherweise gefeuert seien.Die Mitarbeiter hätten eine Handy-Botschaft erhalten, die sie aufforderte eine bestimmte Nummer anzurufen. Aufgefordert, getan, und schon konnten sie am anderen Ende eine Anrufbeantworter-Stimme vernehmen: "Wer seinen Job behält, wird heute benachrichtigt. Wenn man sich bei Ihnen nicht meldet, bedeutet das, dass sie mit sofortiger Wirkung entlassen sind". Andere bekamen ihre Kündigung auf einem nicht weniger charmanten Wege: per e-Mail.

Die besten Jobs von allen

Das Unternehmen steht offenbar kurz vor der Pleite. Die Accident Group gab als Grund für die Maßnahme an, dass ihre Muttergesellschaft zahlungsunfähig geworden sei. Daraufhin hätten sich die Ereignisse überschlagen, so dass die Kündigung per Handy die beste Lösung gewesen sei.Für die Mitarbeiter war das allerdings keine Lösung: Sie räumten ihre Büros leer. Als "Schadensersatz" mussten Computer, Kopierer und Kaffeemaschinen herhalten.Unpersönliche Kündigungen sind allerdings kein Einzelfall mehr. Der Fall der Accidental Group markiert womöglich lediglich einen zwischenzeitlichen Höhepunkt einer Entwicklung. Denn schon lange ist es in Großbritannien selbstverständlich, dass man nicht mehr persönlich den Laufpass gegeben bekommt - zumindest vom eigenen Chef nicht.In Deutschland müssen sich Arbeitnehmer vor Kündigungen per SMS nicht fürchten: Diese sind hierzulande nicht rechtswirksam.
Dieser Artikel ist erschienen am 03.06.2003