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Krankenkasse kündigen

Quelle: DMEuro.com
Für alle gesetzlich Krankenversicherten, die ihre Krankenkasse wechseln wollen, gelten seit Anfang des Jahres neue Regeln. Bereits im Juli 2001 hat das entsprechende Gesetz zur Neuregelung des Kassenwahlrechts den Bundesrat passiert. Seit 1. Januar ist es in Kraft.
Für alle gesetzlich Krankenversicherten, die ihre Krankenkasse wechseln wollen, gelten seit Anfang des Jahres neue Regeln. Bereits im Juli 2001 hat das entsprechende Gesetz zur Neuregelung des Kassenwahlrechts den Bundesrat passiert. Seit 1. Januar ist es in Kraft.

Bis Mitte letzten Jahres konnten Pflichtversicherte ihrer gesetzlichen Kasse jeweils bis 30. September zum Jahresende kündigen und zu einer Versicherung mit niedrigeren Beitragssätzen wechseln. Bereits im Mai 2001 ist dieser Stichtag gefallen. Den entsprechenden Beschluss hatte der Bundestag mit der Neuregelung des Kassenwahlrechts gefaßt. Von da an war ein Wechsel der Kasse bis zum Ende des Jahres 2001 nur noch bei Beitragserhöhungen möglich.

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Mit Inkrafttreten der Neuregelung gilt seit Januar 2002 nicht mehr nur für Privatversicherte, sondern auch für die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse eine Kündigungsfrist von acht Wochen zum Monatsende. Wer sich also jetzt zu einer neuen Kasse entschließt, kann erstmals zum 1. April wechseln. Die Kündigung muss dann bis Ende Januar eingegangen sein. Ursprünglich war in dem Gesetzentwurf von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt eine Kündigungsfrist von sechs Wochen vorgesehen, doch die Versicherungsträger hatten aus technischen Gründen eine Verlängerung durchgesetzt.

Die neue Regelung bringt aber nicht nur günstigere Kündigungsfristen mit sich, sondern auch eine Sperrfrist von 18 Monaten, ehe ein Mitglied ein weiteres Mal die Kasse wechseln kann. Das heißt, Versicherte sind künftig statt zwölf Monaten eineinhalb Jahre an die neue Kasse gebunden.

Eine Ausnahme bleibt wie schon im letzten Jahr erhalten: das Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhungen. Damit ist eine Kündigung immer möglich, wenn eine Kasse den Beitrag erhöht. Zunächst sollte auch deses Schlupfloch geschlossen werden. Verbraucherverbände waren aber gegen eine Aussetzung dieses Sonderkündigungsrechts Sturm gelaufen.

Und noch eine Änderung: Wenn die Reform greift, fällt auch das Kündigungsrecht bei einem Arbeitsplatzwechsel weg. Arbeitnehmer, die künftig einen neuen Job antreten, können also mit dem Arbeitgeber nicht mehr automatisch die Kasse wechseln. Einzige Möglichkeit: Eventuell dürfen die Allgemeinen Ortskrankenkassen in ihre Verträge eine Klausel zum beruflich bedingten Ortswechsel aufnehmen. Dann wäre beispielsweise ein Wechsel von der AOK Hamburg zur AOK München möglich.

Analyse:
Wer im letzten Jahr noch überstürzt seine Kasse gewechselt hat, ohne zu wissen, wie die Beiträge angepasst werden, braucht also nicht in Panik zu geraten. Wie zu erwarten war, haben viele Kassen, insbesondere die zuvor noch preiswerten Betriebskrankenkassen, zum neuen Jahr ihre Beiträge zwar teils drastisch erhöht. Aber genau für diesen Fall gilt ja die Ausnahme bei Beitragserhöhung. Wer abgewartet hat, kann sowieso in Ruhe aussuchen.
Dieser Artikel ist erschienen am 21.03.2002