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Kommunikation im Berufsleben gestört

13 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es immer noch deutliche Unterschiede im Kommunikationsverhalten zwischen Ost- und Westdeutschen, die im Berufsleben für zum Teil große Schwierigkeiten sorgen: Der Umgang mit Konflikten, unterschiedliche Führungsmodelle, die Länge der Sprechpausen oder verschiedene Regeln beim Händeschütteln sorgen am Arbeitsplatz häufig für Missverständnisse.
13 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es immer noch deutliche Unterschiede im Kommunikationsverhalten zwischen Ost- und Westdeutschen, die im Berufsleben für zum Teil große Schwierigkeiten sorgen: Der Umgang mit Konflikten, unterschiedliche Führungsmodelle, die Länge der Sprechpausen oder verschiedene Regeln beim Händeschütteln sorgen am Arbeitsplatz häufig für Missverständnisse. Das berichtet das Job- und Wirtschaftsmagazin Junge Karriere in seiner aktuellen Ausgabe.

Hauptgrund für das gegenseitige Unverständnis: "Ost- und Westdeutsche haben einfach völlig unterschiedliche Arten zu kommunizieren", sagt Olaf Georg Klein, Ost-Berliner Coach und Fachbuchautor in Junge Karriere. "Auch nach 13 Jahren Wiedervereinigung leben wir immer noch in grundverschiedenen Kulturen." Besonders im Berufsleben sind die Folgen der Missverständnisse gravierend, wenn etwa Geschäftsabschlüsse scheitern oder Teams schlecht zusammenarbeiten.

Die besten Jobs von allen


Nachholbedarf bei der deutsch-deutschen Annäherung haben vor allem die Westdeutschen: Während nur drei Prozent aller Ostler noch nie im Westen waren, kennen 24 Prozent aller Wessis das Land zwischen Rügen und Plauen nur vom Hörensagen.

Die größten deutsch-deutschen Missverständnisse

Wie Wessis kommunizieren Wie Ossis kommunizieren
Geben sich nur beim ersten Kennenlernen oder in förmlichen Situationen die Hand.

Die besten Jobs von allen

Geben sich jeden Tag beim ersten Treffen die Hand.
Halten etwa eine Armlänge Abstand vom Gesprächspartner; spontane Berührungen unter Kollegen sind unerwünscht . Gehen eher auf Tuchfühlung; spontane Berührungen sind eine freundliche Geste der Übereinstimmung.
Reden beim Smalltalk zunächst über Leichtes und Nichtigkeiten wie Wetter oder Verkehr. Reden beim Smalltalk zunächst über Mängel und Missstände .
Sprechpausen sind kurz . Der andere muss von sich aus ins Gespräch einsteigen. Sprechpausen sind lang . Wer zuerst spricht, holt sein Gegenüber mit Fragen ins Gespräch.
Im Job herrscht die Sachebene vor. Persönliches wird weitgehend herausgehalten. Im Job vermischen sich Sachebene und Persönliches .
Lassen Konflikte gezielt eskalieren , nehmen aber die Auseinandersetzung anschließend nicht übel. Vermeiden den offenen Konflikt und suchen schnell wieder nach Übereinstimmungen.
Schweigen bedeutet "Ja ". Wer nicht widerspricht, ist einverstanden. Schweigen bedeutet "Nein ". Wer nicht ausdrücklich zustimmt, ist nicht einverstanden.
Führungskräfte geben das Ziel vor, den Weg dorthin müssen die Mitarbeiter selbst finden. Führungskräfte geben auch einzelne Arbeitsschritte vor.
Dieser Artikel ist erschienen am 29.09.2003