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Kommentar: Immer unter Druck

Von MARC THYLMANN, Handelsblatt
Die deutsche Nationalelf bleibt sich treu. Wenn es um alles geht, der Druck also am größten ist, dann hält sie diesem Druck stand.
Handelsblatt-Redakteur Marc Thylmann berichtet aus Japan und Südkorea
So geschehen im vergangenen Jahr in den Relegationsspielen gegen die Ukraine, so geschehen gestern gegen Kamerun. Anscheinend braucht das Team die Anspannung solcher Endspiele. Diese Fähigkeit, sich auf den Punkt konzentrieren zu können, könnte die Elf nun noch ein paar Runden weiterspülen. Denn jetzt gibt es nur noch Endspiele. Und mit ein wenig Glück sind auch die Gegner von der schlagbaren Sorte.Einen Nachteil hat die Fokussierung auf die wichtigen Spiele: Sie ist anstrengend. Die Reise in die Ukraine und auch die Kräfte im Kampf gegen Kamerun hätten sich die Nationalspieler sparen können, wenn sie schon vorher ihre gute Ausgangsposition genutzt hätte. Ein Zeichen der mangelnden Erfahrung.

Die besten Jobs von allen

Aber diese fehlende Cleverness machten Rudi Völlers Spieler mit Einsatz und Kampf wett. Auch wenn die Technik ab und zu hapert, die Einstellung stimmt. Das ist der wichtige Unterschied zu Erich Ribbecks Rumpelfüßlern anno 2000.Selbst wenn die Mannschaft doch bald ausscheiden sollte, so ist sie auf dem richtigen Weg. Junge Talente wurden und werden eingebaut, bis 2006 haben sie dann die richtige Reife, die sie für die Weltmeisterschaft im eigenen Land benötigen. Übrigens: Vor heimischem Publikum wird der Druck besonders groß sein.Wenn das keine guten Aussichten für die DFB-Auswahl sind . . .
Dieser Artikel ist erschienen am 12.06.2002