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Keiner rückt nach

Studentische Organisationen befürchten, dass ihnen der Nachwuchs ausgeht. Die kurzen und verschulten Bachelor-Studiengänge lassen weniger Zeit für Extra-Engagement. Hinzu kommen Gebühren, die den Druck, das Studium schnell abzuschließen, weiter erhöhen werden.
?Wir steuern der Entwicklung gegen, indem wir versuchen, die Leute schon im ersten Semester an uns zu binden?, sagt Christoph Zirkenbach, Vorstand der Marketing-Initiative MTP. Auf frühe Rekrutierung setzt auch Aiesec in Münster. Dennoch bleibt bei Sprecher Ulrich Radscheit die Sorge: ?Um alle unsere Aktivitäten aufrecht zu erhalten, brauchen wir laufend 30 bis 40 Leute, die im Schnitt zehn Stunden pro Woche investieren. Das könnte künftig schwierig werden.? Vor allem zeitintensive Projekte leiden darunter, dass der Studienverlauf weitgehend vorgeplant ist. ?Die Erfüllung der Regelstudienzeit sollte nicht oberstes Gebot sein?, meint daher André Hohmann vom Bundesverband der Studentischen Unternehmensberatungen, ?wir kämpfen um größere Anerkennung unserer Arbeit durch die Hochschulen.? Durch die Mitarbeit in einer Studentischen Organisation erwerbe man schließlich Kompetenzen, auf die es heute mehr denn je beim Berufseinstieg ankomme.

(df)
Dieser Artikel ist erschienen am 30.06.2006