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Keine Ausnahme von der Probezeit

Unternehmen dürfen auch bei schlechter Finanzlage die gesetzliche Probezeit nicht ausdehnen und damit eine Kündigung rechtfertigen.
dpa FRANKFURT/MAIN. Darauf hat das Arbeitsgericht Frankfurt in einem Prozess zwischen einer Werbeleiterin und einem Küchenmöbelhersteller hingewiesen. Obwohl die gesetzliche Probezeit von sechs Monaten bereits verstrichen war, hatte die Firma der Mitarbeiterin ohne Angabe genauer Gründe gekündigt. Das Unternehmen vertrat die Auffassung, dass auf Grund der schlechten wirtschaftlichen Lage auch eine Probezeit-Kündigung nach sieben Monaten möglich sein müsse.Nach Auffassung des Gerichts darf die gesetzliche Probezeit von sechs Monaten allerdings unter gar keinen Umständen überschritten werden. Vor dem Hintergrund dieser Rechtslage habe das Unternehmen der zu Unrecht gekündigten Werbeleiterin in einem Vergleich die Zahlung einer großzügigen Abfindung zugesagt, teilte das Gericht am Donnerstag mit.

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Dieser Artikel ist erschienen am 15.11.2002