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Kauft sich Ackermann frei?

Für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, Mitangeklagter im Mannesmann-Prozess, steht das Prozess-Ende offenbar kurz bevor. Wie das Job- und Wirtschaftsmagazin Junge Karriere in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, bezeichnet Ackermann-Verteidiger Eberhard Kempf eine Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung eines Geldbetrags zu Gunsten einer gemeinnützigen Einrichtung als denkbar. "Eine solche Lösung nach Paragraph 153a der Strafprozessordnung ist greifbar nahe", sagt der Düsseldorfer Strafverteidiger Peter Feldhausen. Auch für die Staatsanwaltschaft hätte der Deal seinen Charme: "Ackermann stünde dann voll als Zeuge gegen die anderen Prozessbeteiligten wie Klaus Esser und Klaus Zwickel zur Verfügung", erklärt Wolfgang Joecks, Strafrechtler an der Universität Greifswald, gegenüber Junge Karriere.

Profitieren soll von dem Geld eine neue Bankhochschule in Frankfurt. Laut einem internen Papier der "Initiative Finanzstandort Deutschland", das Junge Karriere vorliegt, fordern Ackermann und zehn weitere Top-Banker mehr Investitionen in die Banker-Ausbildung. Im geplanten "House of Finance" im Frankfurter Westend soll künftig das Center for Financial Studies, das Institut of Law and Finance sowie Teile der Uni Frankfurt aufgehen. Die Deutsche Bank lehnt offiziell jede Stellungnahme zu Bildungsförderung und Prozessverlauf ab.
Dieser Artikel ist erschienen am 29.01.2004