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Karrierehilfe Kniggekurs

Vorbei die Flegelei. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt plädiert für mehr Benimm im Business: "Verhaltensweisen und dahinter stehende Werte sind bei jungen Führungskräften genauso wichtig wie die fachlichen Qualitäten."

Gerade da verspüren die "antiautoritär erzogenen Kinder der 68er" Nachholbedarf, beobachtet Psychologe Hans-Michael Klein. Mittdreißiger füllen dem Inhaber von Deutschlands größter Knigge-Akademie neuerdings die Kurse. Seine Seminare sind bis Jahresende ausgebucht. "Im Management treffen Aufsteiger mit älteren Vorgesetzten zusammen, die virtuos auf der Benimm-Klaviatur spielen. Und entdecken so ihre Defizite", begründet Klein die Nachfrage. Knigge als Jobsicherung ist dagegen ein Motiv, das die verhaltensunsicheren HighPots erst seit kurzem in die Benimm-Schule treibt: "Gerade in Angstsituationen wie drohendem Arbeitsplatzverlust besinnt man sich auf Formen, die Souveränität verleihen", erklärt der Psychologe den neuen Trend zum guten Ton.
Dieser Artikel ist erschienen am 11.10.2003