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Kalkulierbares Risiko

Ein Volk von Existenzgründern sind die Deutschen wahrlich nicht. Obwohl Experten die Förderinfrastruktur hierzulande für hervorragend halten, machen sich Deutsche deutlich weniger selbstständig und sehen pessimistischer in die Zukunft als etwa Briten oder Skandinavier.
Das ist ein zentrales Ergebnis der Studie ?Global Entrepreneurship Monitor? (GEM), die jährlich das Gründungsgeschehen im internationalen Vergleich analysiert. Was besonders schwer wiegt: ?Nur zwei Drittel haben unternehmerische Motive, der Rest will aus Mangel an Alternativen seine Existenz sichern?, sagt IAB-Berufsforscher Udo Brixy, der die Studie mit betreut hat. ?Das ist ein extremer Wert auf dem Niveau von Entwicklungsländern.?

An Schulen und Universitäten müsse der unternehmerische Gedanke besser vermittelt werden. Offenbar reichten die bisher geschaffenen Entrepreneur-Lehrstühle nicht aus. ?Es muss selbstverständlicher werden zu gründen, denn es gibt dabei keine unkalkulierbaren Risiken?, so Brixy. Vor allem höherwertige, wissensintensive Beratungsleistungen und Hightech-Gründungen wachsen derzeit stark und überleben lange am Markt. Besonders im Ruhrgebiet sei der Bedarf enorm.
Dieser Artikel ist erschienen am 30.03.2007