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Kaffeesatzlesen für Fortgeschrittene

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Ein Aktienprognose-Tool für echte Freaks haben die Finanzinformationsanbieter Onvista und Prozentor ausgetüftelt: Aus den bisherigen Kursverläufen einer Aktie oder eines Indexes werden mit Hilfe statistischer Verfahren Schlusskurse für die kommenden fünf Tage prognostiziert.
Ein Aktienprognose-Tool für echte Freaks haben die Finanzinformationsanbieter Onvista und Prozentor ausgetüftelt: Aus den bisherigen Kursverläufen einer Aktie oder eines Indexes werden mit Hilfe statistischer Verfahren Schlusskurse für die kommenden fünf Tage prognostiziert. Hinzu kommt ein Ertrag-Risiko-Indikator, der außer der reinen Kursbewegung auch die Schwankungsfreudigkeit des Wertes berücksichtigt.

Da das ganze Tool schon sehr spekulativ ist, hat Onvista aus seinen Webseiten die Erfolgskontrolle gleich mit eingebaut: Die Kennzahlen "Erfolgsquote" und "Performance" geben die Treffgenauigkeit in der Vergangenheit an. Kursgrafiken stellen die Prognose der tatsächlichen Entwicklung gegenüber. Positiv aufgefallen: die umfangreichen Infos zur Handhabung

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Während Onvista bei seiner Version des Tools deutlich darauf hinweist, ausdrücklich keine Anlageempfehlungen zu geben, und diese Analyse nur als zusätzliches Informationsinstrument verstanden wissen will, bewegt sich Entwicklungspartner Prozentor auf dünnem Eis: Unter www.happyyuppie.com bietet man eine abgewandelte und höchst fragwürdige Version an: Wer etwa schreibt, die Branche "Rohstoffe" werde morgen steigen und diese Weisheit aus der Performance eines einzigen Aktienwertes, hier Alcoa, ableitet, der muss schon verdammt tief im Kaffeesatz gelesen haben. Putzig ist bei happyyuppie auch die stündliche Kursvorhersage. Im Tool von Onvista hat man wohlweislich auf diesen hanebüchenen Einsatz der Rechenmodelle verzichtet.

Fazit: Ein nettes Spielzeug, das Anhängern der Chartanalyse sicher Spaß machen wird. Aber, bitte, bitte, nicht gleich drauflos kaufen, wenn dort ein Kurssprung vorhergesagt wird.
Dieser Artikel ist erschienen am 03.04.2001