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Juniorprofessur und Leistungslohn für Hochschullehrer

Stefanie Schulte
Die Hochschulreform hat die letzte Hürde genommen. Nachdem der Bundesrat im Dezember das neue Dienstrecht abgesegnet hat, dürfen Hochschulen ihre Professoren jetzt nach Leistung bezahlen. Außerdem macht eine Änderung des Hochschulrahmengesetzes den Weg für die Juniorprofessur frei. Das Gesetz soll noch im Januar in Kraft treten.
Die Hochschulreform hat die letzte Hürde genommen. Nachdem der Bundesrat im Dezember das neue Dienstrecht abgesegnet hat, dürfen Hochschulen ihre Professoren jetzt nach Leistung bezahlen. Außerdem macht eine Änderung des Hochschulrahmengesetzes den Weg für die Juniorprofessur frei. Das Gesetz soll noch im Januar in Kraft treten.

Nach der neuen Regelung hängen Professorengehälter künftig zu rund einem Viertel von der persönlichen Leistung des Hochschullehrers ab. Die Höhe des variablen Einkommens richtet sich unter anderem nach dem Engagement des Professors in Forschung, Lehre und Studienbetreuung. Auch Professoren, die die Funktion eines Dekans oder Rektors übernehmen, sollen mehr Gehalt bekommen. Den variablen Gehaltsbestandteil muss jeder Hochschullehrer individuell mit seiner Hochschule aushandeln. Das Gesetz legt nur ein Mindestgehalt von 7.283 Mark (W2-Professur) bzw. 8.844 Mark (W3-Professur) fest. Bei der Reform wurden auch die Besoldungsgruppen an Universitäten und Fachhochschulen angeglichen. FH-Professoren können nun genauso viel verdienen wie ihre Kollegen an den Universitäten.

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Die Bundesländer haben drei Jahre Zeit, die Reform in Landesrecht umzusetzen und Leistungskriterien festzulegen. Der Leistungslohn gilt danach für alle Hochschullehrer, die eine neue Stelle antreten. Professoren, die bereits jetzt lehren und die Hochschule nicht wechseln, können wählen, ob sie nach den alten oder neuen Vorschriften bezahlt werden wollen.

Die Juniorprofessur, das zweite zentrale Element des Reformpaketes, erlaubt es jungen Wissenschaftlern, ähnlich wie in anderen Ländern bereits mit Anfang 30 selbstständig zu lehren und zu forschen. Bewerber müssen eine gute Doktorarbeit vorlegen. Sie können bis zu sechs Jahre lang als Juniorprofessoren tätig sein und sich dabei für eine Tätigkeit als Professoren qualifizieren. Die Habilitation, bislang Voraussetzung für einen eigenen Lehrstuhl, wird zum 1. Januar 2010 abgeschafft. Bis zu diesem Termin können Wissenschaftler weiterhin habilitieren und anschließend einen Lehrstuhl übernehmen, ohne vorher Juniorprofessoren gewesen zu sein.

Die Bundesregierung unterstützt die Länder mit rund 180 Millionen Euro bei der Einrichtung der ersten 3.000 Juniorprofessuren. Über 50 Universitäten hätten sich um die Fördermittel beworben, teilte das Bundesbildungsministerium mit. In Berlin, Göttingen und Marburg haben bereits die ersten Juniorprofessoren ihre Stellen angetreten.

Infos:
Bundesministerium für Bildung und Forschung
http://www.bmbf.de

historicum.net (Link- und Artikelsammlung zum Thema Hochschulreform)
http://www.historicum.net/forschung/aktuell.html

Deutsche Forschungsgemeinschaft
http://www.dfg.de

Hochschulrektorenkonferenz
http://www.hochschulrektorenkonferenz.de
Dieser Artikel ist erschienen am 17.01.2002