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Jürgen Dworak


Welche Schule?
Fuqua School of Business, Duke University
Year of Graduation:
1995
Heutige Position:
Vorstand bei Q:marketing AG
Welche Schule?
Fuqua School of Business, Duke University

Year of Graduation:
1995

Die besten Jobs von allen


Heutige Position:
Vorstand bei Q:marketing AG



A. Gehalt und Karriere

1. Rückblickend betrachtet: Wo standen Sie job- / karrieremäßig, als Sie sich entschlossen, einen MBA zu machen?
Ich habe mich relativ früh und mit vergleichsweise wenig Arbeitserfahrung für einen MBA entschieden. Bereits kurz nach dem Studium und nach wenigen Praxiseinsätzen bei Siemens Nixdorf habe ich mein MBA-Programm aufgenommen.

2a. Hatten Sie vor / bei Antritt des MBA-Studiums eine klare Karriere-Perspektive?
Ich hatte klare Vorstellungen in Bezug auf Job-Inhalte wie Produkt-, Personal- und Ergebnis-Verantwortung. Nicht klar war an dieser Stelle, in welcher Branche und in welcher Funktionen ich mich langfristig entwickeln würde, wenn auch ein Einstieg in einer Unternehmensberatung relativ fest eingeplant war. Der spätere Schritt in eine Selbständigkeit war ebenfalls eine Perspektive.

2b. Hat sich dies dann mit / nach dem MBA auch so entwickelt?
Der Einstieg als Senior Consultant bei Roland Berger war der geplante erste Schritt. Der Sprung in die väterliche Agentur und die spätere Gründung der Q:marketing AG mit meinen Partnern waren weitere wichtige Schritte in Richtung der selbst gesetzten Ziele.

3. Hat sich der MBA job- / karrieremäßig gelohnt?
Zum einen hat sich der MBA natürlich beim Berufseinstieg nach der Business-School gelohnt. Angebote von verschiedenen Unternehmensberatungen, Procter & Gamble und Porsche hätte ich zumindest für vergleichbare Positionen ohne MBA sicher nicht bekommen. Zum anderen habe ich durch den MBA natürlich eine Reihe von fachlichen Qualifikationen und von Soft Skills erhalten, die mir nicht zuletzt in meiner Selbständigkeit zugute kommen.

4a. Wie haben Sie Ihr MBA-Studium finanziert?
Ich hatte das Glück, das MBA-Studium mit der Hilfe meiner Eltern finanzieren zu können.

4b. Hat sich die Investition "ausgezahlt"?
Für mich hat sich diese Investition auf jeden Fall ausgezahlt. Als ich die Business-School verließ, waren die Einstiegsgehälter in der Beratung für MBA-Absolventen deutlich höher. Aber auch in anderen Branchen waren die Möglichkeiten der Gehaltsentwicklung deutlich besser als ohne MBA. Viel wichtiger als die rein monetären Vorteile waren für mich aber die Erweiterung des Erfahrungshorizontes und die persönliche Entwicklung im Rahmen der MBA-Ausbildung.

B. Alumni-Netzwerk

5. Wie wichtig ist das Alumni-Netzwerk Ihrer Schule für Sie?
Das Alumni-Netzwerk spielt grundsätzlich eine wichtige Rolle. Auch nach zehn Jahren pflege ich zum Teil sehr freundschaftliche Kontakte zu einer Reihe von Alumni.

6. Wie nützlich sind diese Kontakte für Sie beruflich?
Leider nutze ich dieses Potential beruflich momentan viel zu wenig. Das liegt unter anderem daran, dass das Alumni-Netzwerk meiner Business School natürlich sehr international ist, während das Betätigungsfeld meiner Agentur und der Kundenstamm sich im Wesentlichen auf Deutschland beschränken. Sehr geholfen haben mir die Kontakte zum Alumni-Netzwerk aber beispielsweise beim Verkauf von Anteilen an einem Familienunternehmen.

C. Rückblickend betrachtet, was haben Sie in Ihrem MBA-Studium gelernt, was in Ihrem heutigen Job von Bedeutung ist?

7. An Fachwissen:
Zum einen konnte ich in mein Marketingwissen an einer der besten Marketingfakultäten deutlich ausbauen. Zum anderen habe ich insbesondere im Bereich Finance eine Vielzahl interessanter Tools erlernt, die mir in der Agentur aber auch beim oben erwähnten Verkauf von Firmenanteilen erheblich weiterhelfen. Die viel gepriesene Praxisnähe der amerikanischen MBA-Ausbildung hat sich hier bewahrheitet.

8. An sonstigen Fähigkeiten (soft skills etc.):
Auch auf der Ausbildung einer Reihe von Soft Skills liegt natürlich ein großer Schwerpunkt im MBA-Studium. Gerade für den Karrierestart wichtig ist die Verbesserung von Präsentationstechniken, das Arbeiten in internationalen Teams und die Schärfung der sozialen Kompetenz. Weitere wichtige Skills, die ein MBA-Programm entwickelt, in einem klassischen deutschen Studium aber in der Regel zu kurz kommen, sind Verhandlungsstärke und Führungskompetenz.

9. Jedes MBA-Programm, das auf sich hält, verspricht, für eine General Management-Position fit zu machen. Können Sie das aus Ihrer Erfahrung bestätigen?
Ich kann das für das Programm der Fuqua Business School aufgrund eines sehr ausgewogenen Lehrplans, der die zum Teil sehr unterschiedliche Vorqualifikation der Studenten berücksichtigt, mit Sicherheit bestätigen. Allerdings empfehle ich jedem MBA-Interessenten, trotz Ambitionen im "General Management" im MBA-Programm einen eigenen inhaltlichen Fokus zu finden.

10. Fühlten Sie sich nach / mit dem MBA für "höhere" Aufgaben besser gewappnet? Und waren Sie es - aus der Distanz betrachtet - auch tatsächlich?
Natürlich haben mir die oben beschriebenen fachlichen und soft Skills in der Bewältigung einer Vielzahl von Führungsaufgaben und schwieriger fachlicher Aufgaben geholfen.

D. Die menschliche Erfahrung

11. Welche Bedeutung hat das MBA-Studium für Ihre persönliche Entwicklung?
Hierin sehe ich einen der wichtigsten Aspekte des MBA-Studiums. Durch die intensive Zeit und das konzentrierte Lernen und Arbeiten mit hochrangigen Fakultäten und sehr qualifizierten Kommilitionen aus unterschiedlichen Backgrounds und einer Vielzahl von Ländern und Kulturkreisen erweitert man seinen eigenen Horizont enorm.

12. Ein Punkt, nach dem ich Sie nicht gefragt habe, der Ihnen aber wichtig ist...
Wichtig für den Erfolg eines MBA-Studiums ist natürlich die Qualität des Programms. Zum einen natürlich für die vermittelten Inhalte und den Lernerfolg. Zum anderen aber natürlich auch für die Bekanntheit und Akzeptanz des Programms bei potenziellen Arbeitgebern. Gerade weil der MBA in Deutschland noch immer oder wieder sehr differenziert beurteilt wird, empfiehlt es sich, nur ein MBA-Programm an einer der Top-Schulen in Betracht zu ziehen.

13. Ein Ratschlag für jeden, der sich für einen MBA interessiert?
Ich empfehle, die Entscheidung für einen MBA nicht rein unter Karrieregesichtspunkten zu sehen. Trotz der hohen Arbeitsbelastung während des Programms, habe ich gemeinsam mit meiner Frau zwei wundervolle Jahre im Ausland, auf einem spannenden Universitäts-Campus, in einem interessanten intellektuellen Umfeld und nicht zuletzt unter der Sonne North Carolinas verbracht, die ich nicht missen möchte.
Dieser Artikel ist erschienen am 21.09.2004