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Jobwunder Down Under

Foto: Photocase
Australien sehen und bleiben: Das Working Holiday Visum für den roten Kontinent entpuppt sich zunehmend als Sprungbrett für Auswanderer. Denn Down Under sind Fachkräfte knapp und junge Deutsche gefragte Talente. karriere-Autorin Vera Sprothen besuchte Menschen, die den australischen Traum heute schon leben.
Geld und Leben
Stellensuche
Wege zur Arbeit

Freitagabend in Sydney. Im Landschaftsarchitekturbüro Oculus brennt noch Licht. Überstunden aber machen die Stadtplaner heute nicht mehr. Heute machen sie Kontakte. Ein DJ hat seine Turntables zwischen die Entwürfe und Modelle gestellt. Die Aktenschränke dienen als Theke, und unter einer heißen Schreibtischlampe hält jemand Blätterteigstangen warm. Ein bisschen erinnert das Büro-Happening im fernen Australien an Deutschland zu Zeiten des New-Economy-Rausches. Jene goldenen Tage, als die Unternehmen junge Talente noch heftig umgarnten.
Es gibt Caipirinhas und Garnelenspießchen. Die Frauen tragen Retro-Kleider und die Männer ihre Hemden etwas zu weit aufgeknöpft. Inmitten des Partyvolkes steht Andre Roesch, Architekt aus Oberfranken, und genießt die Aufmerksamkeit.
Während seine ehemaligen Kommilitonen von der Fachhochschule Coburg reihenweise fürchten, auf der Straße zu landen, plaudert der 31-Jährige in Sydney gut gelaunt über seine Jobchancen. Als so genannter Working Holiday Maker, als Urlauber mit befristeter Arbeitserlaubnis, kam der Deutsche vor einem Jahr nach Australien. Jetzt arbeitet er fest in einem Architekturbüro, lehrt an der Uni Design und entwirft nebenbei noch ein Café. "Ich kann hier endlich tun, was mir Spaß macht", sagt Roesch. "In Australien ist alles möglich."

Goldene Brücken
Im Land der Kängurus herrscht Hochkonjunktur. Das Wirtschaftswachstum hat in den vergangenen Jahren so stark angezogen, dass Australien inzwischen unter chronischem Fachkräftemangel leidet. Es fehlen Architekten und Ingenieure, Ärzte und Physiotherapeuten, aber auch Handwerker, Köche, Kellner. Nach Angaben des Australian Bureau of Statistics waren im August 156.700 Stellen im öffentlichen und privaten Sektor unbesetzt - 13,6 Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt im Vorjahr. Das kommt vor allem Deutschen wie Andre Roesch zugute, die mit ihrem Berufsprofil hierzulande kaum Aussichten haben, einen angemessenen Job zu finden. Der Bedarf ist so groß, dass das Land jetzt internationale Anwerbekampagnen startet. Auch karriere verlost drei Traumjobs in Australiens nördlichster Provinz, dem Northern Territory (Bewerbung siehe unten)

Die besten Jobs von allen


Stetig lockert die Regierung in Canberra ihre strikten Einreiseregeln für arbeitswillige Ausländer, die in der Regel nur ins Land dürfen, wenn sie gefragte Qualifikationen mitbringen (siehe Kasten). Doch 18- bis 30-Jährige genießen Sonderrechte. Sie können problemlos ein so genanntes Working Holiday Visum beantragen und damit bis zu zwei Jahre in Down Under leben und arbeiten. Seit Juli dürfen sie zudem sechs statt wie bisher nur drei Monate bei einem Unternehmen jobben.

Das erleichtert Talenten den Sprung in den Arbeitsmarkt. "Die Chancen, in Australien Fuß zu fassen, haben sich auf jeden Fall erhöht", bestätigt Jörn Schulz, Landeskenner und Autor des Buches "Jobhopping Down Under". Kein Wunder, dass die Nachfrage nach dem Spezialvisum boomt. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der deutschen Teilnehmer von 5.869 auf 12.089 mehr als verdoppelt.
Zwar betont die Einwanderungsbehörde, dass sich das Visum in erster Linie an Backpacker und nicht an Auswanderer richtet. Fakt ist jedoch: Die Zahl derjenigen, die das Working Holiday Visum nutzen, um der Heimat dauerhaft den Rücken zu kehren, steigt rapide. 5.030 Working Holiday Maker beantragten 2006 ein Anschlussvisum, um längerfristig in Australien bleiben zu können - fast 800 mehr als im Jahr 2004.

Why don't you stay...
Viele der späteren Wahl-Aussies denken erst mal nicht ans Auswandern, wenn sie hier, im nasskalten Deutschland, ihre Koffer packen. Sie zieht es in die Ferne, weil sie zwischen Abi und Studium ein bisschen Auslandsluft schnuppern wollen. Weil sie beruflich auf der Stelle treten oder nach der Uni nirgendwo fest untergekommen sind. Überrascht von den Jobchancen, die ihnen Australien derzeit bietet, beschließen sie zu bleiben.


Geld und Leben
Gehalt: Das australische Lohnniveau liegt unterhalb des deutschen. Wegen des Arbeitskräftemangels ziehen die Gehälter jedoch kräftig an. Gute Orientierung bieten der Gehaltsrechner der Regierung (www.wagenet.gov.au) und die aktuelle Studie des Personaldienstleisters Hays (www.hays.com.au/salary/default.aspx). Australische Unternehmen dürfen Ausländer nur dann über ein Sponsorship-Visum beschäftigen, wenn sie ihnen mindestens ein Jahresgehalt von 39.100 australischen Dollar (ca. 23.000 Euro) zahlen. Im IT-Sektor liegt das Verdienstminimum bei 50.775 Dollar (ca. 30.000 Euro). Bei Backpacker-Jobs beträgt der Mindestlohn 12,75 Dollar pro Stunde (ca. 7,50 Euro). In der Regel zahlen Arbeitgeber den Lohn im Wochentakt.

Mieten und Lebenshaltung: Auch auf dem Mietmarkt beziehen sich Preise meist auf die Woche. Vor allem in Strandnähe und in den großen Städten kosten selbst einfache WG-Zimmer schnell 450 Euro im Monat. Ansonsten sind die Lebenshaltungskosten, mit Ausnahme von Milchprodukten und hoch besteuertem Alkohol, mit den deutschen vergleichbar. Sydney ist das teuerste Pflaster. Steuern: Working Holiday Maker müssen, wie jeder andere in Australien, Steuern zahlen und sich nach der Einreise eine so genannte Tax File Number besorgen (www.ato.gov.au). Vom ersten verdienten Cent an beträgt ihr Steuersatz 29 Prozent bis zu einer Grenze von 21.600 australischen Dollar Jahresbrutto. Wer sechs Monate an einem Ort wohnt, gilt beim Finanzamt als "Resident" und zahlt weniger Steuern: die ersten 6.000 Dollar sind frei, bis 25.000 Dollar Jahreseinkommen werden 15 Prozent Steuern fällig, bis 75.000 Dollar 30 Prozent

Gesundheit: Das australische Gesundheitssystem Medicare ist steuerfinanziert. Deutsche, die nur temporär in Australien arbeiten, haben keinen Anspruch auf die staatlichen Leistungen. Sie müssen sich von ihrem Heimatland aus privat absichern. Sowohl für Working Holiday Maker als auch für Entsendete bieten Auslandskrankenversicherungen günstige Tarife an. Rente: Jeder Angestellte, der in Australien mehr als 450 Dollar pro Monat verdient (egal ob in Vollzeit, Teilzeit oder als Aushilfe), hat Anspruch auf Rente. Unternehmen müssen mindestens neun Prozent des Vierteljahresgehalts ihrer Angestellten in einen Rentenfonds abzweigen. Temporary Residents können sich die angesparte Rente auszahlen lassen, wenn sie in die Heimat zurückgehen.


Auch Andre Roesch hatte den dauerhaften Umzug ans andere Ende der Welt nicht geplant. Nach Praktika in New York und Hongkong und einem aufreibenden Jahr als Freiberufler in Deutschland hatte der Architekt in London einen sicheren Arbeitsplatz gefunden. Nach Sydney wollte er nur für ein paar Monate, erzählt er, "um zu sehen, was die Australier unter guter Architektur verstehen". Einmal auf australischem Boden, kam alles anders. Die Sonne schien. Die Einheimischen sprühten vor guter Laune und hemdsärmeligem Humor. Und nach knapp zwei Wochen Jobben bot ihm ein Büro ein so genanntes Sponsorship an - eine Festanstellung für bis zu vier Jahre bei einem Gehalt von 44.000 Euro. Es lief einfach zu gut

Im pulsierenden Studentenviertel Newtown teilen sich Andre und ein paar Mitbewohner jetzt ein verwinkeltes Häuschen. Und wenn der Architekt abends an seinem Küchentisch über neuen Ideen brütet, weht der Wind aus dem Garten den Geruch von Eukalyptusbäumen herein. Inspirierend.
Wäre es nicht aufregend, mal an der Uni zu unterrichten? Könnte man nicht einen Architektentreff aufmachen, drüben, in diesem leer stehenden Ladenlokal? Alles, was sich Andre seit seiner Ankunft ausgedacht hat, hat funktioniert. Was oft nach Glück aussieht, liegt offenbar am System. "Es erscheint hier wahnsinnig einfach, neue Projekte umzusetzen", sagt der Deutsche

Der australische Arbeitsmarkt läuft so: Einer hat eine zündende Idee und redet darüber. Und weil unter den 20 Millionen Einwohnern immer irgendjemand einen "Mate" kennt - einen zupackenden Kumpel, der kein Risiko scheut - kommen neue Vorhaben schnell ins Rollen. Drauf und los! "Farmer-Mentalität", nennt das Andre, den genau diese Schaffensfreiheit zum Bleiben bewegt hat. Und er wiederum ist genau der Typ, den Australien sucht: Er hat bereits im Ausland gelebt, spricht fließend Englisch, hat gute Ideen und weiß sich selbstbewusst zu verkaufen. Außerdem ist er Deutscher.

Leer gefegter Norden
Der gute Ruf eilt Deutschen im Ausland voraus. "Arbeitgeber halten Deutsche durchweg für gut ausgebildet, tüchtig und zuverlässig", sagt Anke Colditz, Geschäftsführerin der Organisation Job Australia, die jungen Reisenden Jobs und Praktika im Northern Territory vermittelt.
Hier, im dünn besiedelten Norden mit seinen roten Geröllwüsten, den Krokodilsümpfen und tropischen Palmenhainen, ist der Aufschwung am deutlichsten zu spüren. Im Northern Territory florieren die Rohstoffindustrie und der Tourismus. Hier leben die meisten Aborigines, die Ureinwohner des Landes. Aber auch die meisten Nationalitäten auf einem Fleck. Aus aller Welt kommen die Arbeiter in die Provinzhauptstadt Darwin. Immer noch sucht die Stadt Fachkräfte. Um 30 Prozent wuchs die Zahl der offenen Stellen im Northern Territory im vergangenen Jahr

In Darwins Krankenhäusern fehlen die Ärzte, auf dem Bau die Maurer, in den Restaurants die Köche. Ein Schild mit der Aufschrift "Temporarily closed because of staff shortage" hat der Inhaber eines Fast-Food-Lokals an seine Ladentür gepappt: "Vorübergehend geschlossen wegen Mitarbeitermangels". In einer Bank fordert ein Schild die Kunden dazu auf, für umfangreichere Beratungsgespräche eine andere Filiale aufzusuchen. Und wenn Doug Gamble, leitender Manager der Investmentgesellschaft Redco Investments, Besucher aus Übersee trifft, beendet er den Smalltalk gern mit der Frage: "Sie kennen nicht zufällig jemanden, der für mich arbeiten würde?

Vom Erntehelfer zum Berater
Ein Großteil der Backpacker, die mit dem Working Holiday Visum durch Australien tingeln, kriegt vom Jobwunder im Norden jedoch nichts mit. Sie landen nicht in Darwin, sondern auf den bekannten Flughäfen des Kontinents: in Cairns, Melbourne oder Sydney. Dorthin sind die Flüge billiger, und dort sitzen die Partnergesellschaften der vielen deutschen Reiseagenturen, die Rundum-Programme für Working Holiday Maker anbieten.
Agenturen wie Travellers at Work helfen bei der Stellensuche. In einem Wolkenkratzer im Central Business District von Sydney treffen sich täglich Hunderte von Rucksackreisenden vor meterhohen Pinnwänden, gespickt mit Annoncen. "Rechnungsprüfer gesucht" steht da oder "Kindercamp braucht Reitlehrer". Oft aber einfach nur "Strong person needed". Gesucht sind Leute, die hart im Nehmen sind. Als Erntehelfer auf dem roten Kontinent

So begann Volker Osterholt seine australische Laufbahn vom Paprikapflücker zum Unternehmensberater. Auch er hatte keine großen Pläne, als er vor vier Jahren mit dem Working Holiday Visum nach Australien kam. Nach abgeschlossenem Geologiestudium an der Uni Bonn wollte der heute 31-Jährige erst mal nur eines: raus, reisen, surfen. "Mit deinem Diplom kannste Taxifahrer werden", witzelten die Studienfreunde über die mauen Berufsaussichten. Als Geologe standen Volker Jobs bei Kiesgruben in der Eifel oder im Erftkreis offen. Oder die Flucht in die Promotion. Volker setzte aufs Glück und flog ans andere Ende der Welt.
Als ihm das Geld ausging, heuerte er auf einer Gemüsefarm an. Palettenweise schleppte er dort Paprikakartons, ordentlich sortiert nach Farbe und Gewicht: rote rechts, gelbe links, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Selten sieht man Einheimische auf den Plantagen. Fruitpicking ist was für europäische Backpacker. "Warum eigentlich?", fragte sich Volker irgendwann, als seine Knochen müde vom Paprikaschleppen waren.

Er begann, sich nach Stellen seiner Kragenweite umzusehen, und staunte: Australien lebt vom Rohstoffgeschäft, vom Bergbau und von der Minenwirtschaft, von Kohle und Eisenerz. Ein Paradies für Geologen. "Zu Hause war mir das Karrierepotenzial hier überhaupt nicht so bewusst", sagt der Erdwissenschaftler, der danach zielstrebig an seinem Aufstieg bastelte.
An der University of Queensland in Brisbane bewarb sich Volker erfolgreich um ein Stipendium für ein Masterprogramm, studierte zwei Jahre lang das Risikomanagement von Minen und nahm das Angebot einer Unternehmensberatung an, die ihm ein vierjähriges Sponsorship-Visum ausstellte. Im November wechselt er in Perth zu BHP Billiton, dem größten Rohstoffkonzern der Welt. "Ich war viel surfen, aber habe mindestens ebenso hart gearbeitet", sagt Volker zurückblickend. "Ich glaube, ich habe einfach im richtigen Moment die richtige Gelegenheit ergriffen."

Keine gebratenen Tauben

Die Chancen, als Ausländer in Australien Karriere zu machen, sind derzeit zwar hoch. Eine Erfolgsgarantie aber gibt es nicht. "Auch dort wird niemandem ein Job hinterhergeworfen", sagt Buchautor Schulz. Tanja Kuntz, Büroleiterin des Reiseveranstalters TravelWorks, warnt ebenfalls vor überzogenen Erwartungen: "Es ist nach wie vor nicht leicht, ein dauerhaftes Arbeitsvisum in Australien zu bekommen."
In vielen Branchen, vor allem im medizinischen Sektor, müssen Ausländer zahlreiche Zusatzpapiere vorlegen, um praktizieren zu dürfen (siehe S. 25). Zudem verlangen Arbeitgeber durchweg gute Englischkenntnisse und praktisches Know-how. "Wer keine Berufserfahrung mitbringt, braucht sich gar nicht erst auf qualifizierte Jobs zu bewerben", sagt Tim Andersen von Travellers Contact Point, einer Beratung für Working Holiday Makers

Beispiel Sandra Schwartlaender. An der Uni Köln hatte sie Anglistik, Volkswirtschaft und Pädagogik studiert, bevor sie mit einem Working Holiday Visum gen roten Kontinent aufbrach. Doch für ihr Magisterzeugnis interessierte sich in Australien niemand. Stattdessen punktete die heute 33-Jährige damit, dass sie schon jahrelang neben dem Studium in Medienagenturen und TV-Produktionsfirmen gejobbt hatte. Und dass sie nicht auf den Mund gefallen ist

Es muss vor drei Jahren gewesen sein, bei einer dieser Büro-Partys, wo die Frauen hohe Schuhe und die Männer offene Hemden tragen. Es gab Sekt und Fingerfood, und Sandra brillierte im Smalltalk. Und weil in Australien am Ende immer jemand noch jemanden kennt, der gerade eine Stelle frei hat, landete Sandra wenig später in einer Grafikagentur. Sandra gab alles, kam als Erste, ging als Letzte. Die Mühe zahlte sich aus: Nach ein paar Monaten bot ihr die Chefin den ersehnten Sponsorship-Vertrag als Kundenberaterin an.
"Wie ein Sechser im Lotto", sagt die Deutsche, die inzwischen das "Permanent Residency Visum" beantragt hat. Damit kann sie in Australien bleiben. Wenn sie will, für den Rest ihres Lebens

Vera Sprothen
Wege zur Arbeit

Bloß nicht mit Touristenvisum auf Jobsuche gehen. Wer ohne Arbeitserlaubnis jobbt, dem drohen Geldstrafen und Ausweisung. Fragen zu Einreiseformalitäten beantwortet die australische Botschaft in Berlin.
www.germany.embassy.gov.au

Working Holiday Visum: Für 18- bis 30-Jährige die ideale Eintrittskarte, um sich auf dem australischen Arbeitsmarkt umzusehen. Urlaubsjobber dürfen zwölf Monate im Land bleiben und jede beliebige Stelle annehmen - vorausgesetzt, sie bringen mindestens 5.000 australische Dollar (rund 3.000 Euro) Reisekasse mit und arbeiten nicht länger als sechs Monate bei einem Arbeitgeber. Neuerdings können Working Holiday Maker das Visum um ein weiteres Jahr verlängern, wenn sie sich drei der zwölf Monate als Saisonarbeiter auf dem Lande verdingt haben. Kosten: 185 australische Dollar (ca. 110 Euro).
www.immi.gov.au/e_visa/working-holiday.htm
Occupational Trainee Visum: Für Praktika von bis zu zwei Jahren Dauer. Der Praktikumsplatz muss schon im Vorfeld feststehen. Der Arbeitgeber beantragt bei der Einwanderungsbehörde zunächst eine so genannte "nomination", dann kann der Visumsantrag gestellt werden. Kosten: 185 australische Dollar (ca. 110 Euro). www.immi.gov.au/students/sponsored/otv/index.htm
Employer Sponsored Visum: Viele Working Holiday Maker und Fachkräfte schauen sich nach einem Sponsor um. Das sind Arbeitgeber, die einen Ausländer bis zu vier Jahre beschäftigen. Dafür müssen sie nachweisen, dass sie keinen gleichwertigen einheimischen Beschäftigten finden. Mit diesem Visum kommen auch "Expatriates" nach Australien, die von ihrem deutschen Arbeitgeber entsendet werden. Kosten: um 510 australische Dollar (ca. 300 Euro).
www.immi.gov.au/skilled/skilled-workers/sbs/index.htm
Independent Skilled Migration: Anwärter bis 45 Jahre müssen einen aktuell gefragten Beruf ausüben (www.immi.gov.au/allforms/pdf/1121i.pdf) und diverse Kriterien erfüllen, die nach einem Punktesystem bewertet werden (z.B. Englischkenntnisse, Berufserfahrung). Zurzeit sind 120 Punkte erforderlich, um als Arbeitsmigrant nach Australien einzureisen. Kosten: 1.990 australische Dollar (ca. 1.200 Euro).
www.immi.gov.au/skilled/general-skilled-migration/136/index.htm

Anlaufstellen für Jobsucher

Deutsche Arbeitgeber:
Fast alle großen deutschen Unternehmen von Aldi bis Audi, von Henkel bis Hochtief haben in Australien eine Tochter. Die deutsche Außenhandelskammer veröffentlicht Kontaktdaten der rund 340 deutschen Unternehmensniederlassungen. www.germany.org.au
Einschlägige Stellenbörsen: www.seek.com.au, www.mycareer.com.au, www.jobsearch.gov.au
Arbeitsvermittler für Backpacker: www.taw.com.au, www.recruitoz.com
Beratung für anspruchsvollere Jobs: www.hays.com.au
Rundum-Service für Working Holiday Maker (kein Muss, aber angenehm für Sicherheitsorientierte): www.jobaustralia.net, www.travelworks.de
Anerkennung von Berufsabschlüssen: Welche Papiere wo notwendig sind, wissen die jeweiligen Berufsvereinigungen ("associations" oder "councils"). Teilweise hilft auch die australische Einwanderungsbehörde weiter. www.immi.gov.au
Arbeitszertifikate: In vielen Berufen fällt Extrabürokratie an. Meist müssen Bewerber gute Englischkenntnisse mit dem so genannten ILETS-Test (www.ilets.org) belegen. Ärzte oder Altenpfleger beispielsweise brauchen einen Gesundheitsnachweis von einem autorisierten Botschaftsarzt
(Liste unter: www.immi.gov.au/contacts/panel-doctors/index.htm)


Dieser Artikel ist erschienen am 27.11.2006