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Jobs auf der grünen Welle

Ein Winter in Badelatschen, schmelzende Skigebiete, Sturmtiefs mit Katastrophenalarm: Der Klimawandel ist in den Köpfen angekommen. Nicht nur da: auch in der deutschen Wirtschaft. In Deutschland stehen alle Ampeln auf Grün.
Die globale Erderwärmungsdebatte sei wie ?geistiger Rückenwind?, sagt Martin Oldeland, Vorstand des Bundesdeutschen Arbeitskreises für umweltbewusstes Management (B.A.U.M.). Vor allem die Anbieter erneuerbarer Energien erwarten einen wahren Jobboom: ?Allein dieses Jahr rechnen wir mit 15.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen?, sagt Claudia Kempfert, Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Andere Branchenkenner sprechen von 60.000 neuen Jobs bis 2010. Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) prognostiziert bis 2020 gar ein Wachstum der Arbeitsplätze von derzeit etwa 215.000 auf rund 500.000.

In der Windbranche haben schon jetzt mehr als 50 Prozent der Firmen Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte zu finden, wie eine Untersuchung des Wissenschaftsladen Bonn ergab. Auch in den anderen Bereichen der erneuerbaren Energien wird der Fachkräftemangel zum Problem. Gesucht sind derzeit vor allem Ingenieure, die Solar-, Biogas- und Windanlagen entwickeln und warten können.

Die besten Jobs von allen


Doch auch in anderen Wirtschaftszweigen setzt sich Umweltbewusstsein durch: ?Nachhaltiges Wirtschaften ist längst keine Modeerscheinung mehr, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor?, sagt Martin Oldeland. Immer mehr Unternehmen seien dabei, ihre Produktion ?klimaneutral? zu gestalten. Das fange an bei wieder verwertbarer Recycling-Verpackung und höre beim Einsatz erneuerbarer Energien auf. Viele Firmen stellen Experten ein, die die betriebsinternen Abläufe auf Nachhaltigkeit trimmen

Dieser Artikel ist erschienen am 30.03.2007