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Jeder vierte Student erhält Bafög

Von Barbara Gillmann
Neben dem Elternhaus und eigenen Jobs ist das Bafög die wichtigste Einnahmequelle deutscher Studenten. Zuletzt kamen 326 000 Studenten in den Genuss der Förderung nach dem ?Bundesausbildungsförderungsgesetz?.
1993 war es zwar noch jeder dritte, doch dann ging es rapide bergab. 1998 bekam nur noch jeder fünfte Geld vom Staat. Seitdem ist der Anteil durch Bafög-Reformen wieder gestiegen ? unter anderem wurden die Freibeträge der Eltern deutlich erhöht.Mehr als zwei Drittel der Bafög-Empfänger gehen davon aus, dass sie derzeit ohne Bafög nicht studieren könnten, heißt es in der jüngsten Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes.

Die besten Jobs von allen

Ein Student, der nicht mehr bei seinen Eltern wohnt, kann im Regelfall pro Monat bis zu 466 Euro bekommen ? für Kommilitonen, die sich noch am heimischen Herd wärmen, sind es 377 Euro. Inklusive aller möglichen Zuschläge wie etwa ?erhöhter Mietzuschuss? oder Kranken- und Pflegeversicherungszuschlag, liegt der Höchstsatz bei 585 und 432 Euro. Die große Masse der Empfänger erhält ?elternabhängiges? Bafög ? also umso mehr, je weniger die Eltern verdienen.Voll gefördert werden etwa Kinder von Paaren bis zu einem Bruttoeinkommen von 1 870 Euro monatlich. Die Förderung mit Teilbeträgen endet bei Einzelkindern bei einem Einkommen von 4 200 Euro, bei zwei studierenden Kindern bei 6 000 Euro. So kann zum Beispiel ein Student, der noch zwei Geschwister in Ausbildung hat, bei einem Bruttoelterneinkommen von 4 533 Euro monatlich rund 330 Euro Bafög pro Monat bekommen ? weitere Beispiele finden sich auf der Bafög-Homepage des Bundesbildungsministeriums.Wenn die Eltern jedoch nicht mehr unterhaltspflichtig sind ? etwa weil sie ihrem Sprössling bereits eine Ausbildung finanziert haben ? kann auch elternunabhängiges Bafög beantragt werden.Im Normalfall wird die Hälfte des Bafög als Zuschuss gezahlt, die andere Hälfte als Darlehen. Die Förderhöchstdauer entspricht der Regelstudienzeit. Wer sie wegen Schwangerschaft, Versorgung eines Kindes oder Behinderung überschreitet, kann zusätzliche Zuschüsse bekommen. Die Rückzahlung des Bafög ist so gestaltet, dass sie nur schwerlich jemanden in den Ruin treibt. Das liegt einerseits daran, dass grundsätzlich keine Zinsen anfallen, andererseits an der auf maximal 10 000 Euro begrenzten Rückzahlungssumme. Die erste Rate wird erst fünf Jahre nach dem Ende der Regel-Ausbildungszeit fällig, ab diesem Zeitpunkt werden monatlich 105 Euro eingetrieben.Wer nicht mehr als 960 Euro im Monat verdient, kann die Rückzahlung aussetzen. Bei besonders guten Abschlüssen, schnellem Studium, vorzeitiger Tilgung oder der Erziehung von Kindern winkt zudem ein teilweiser Erlass der Schulden.
Dieser Artikel ist erschienen am 11.04.2005