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IT-Branche im Aufwind

Vom 10. ? 16. März findet in Hannover die Cebit statt, die weltweit größte Computermesse. Sie dient den Unternehmen der IT-Branche dazu, Neuheiten aus der Computerwelt und der Telekommunikation vorzustellen und ist gleichzeitig die größte Stellenbörse der Branche: Firmen halten Ausschau nach Hochschulabsolventen von wirtschafts-, ingenieur- und naturwissenschaftlichen Studiengängen.IT-Fachkräfte sind wieder gefragt - die High-Tech-Industrie hofft auf einen kräftigen und stabilen Aufschwung. Der Präsident des Branchenverbandes Bitkom, Willi Berchtold, rechnet für dieses Jahr mit einem Wachstum der High-Tech-Industrie um 3,4 Prozent. Zugrunde liege diesem Aufwärtstrend der kommende Durchbruch neuer Technologien wie beispielsweise UMTS sowie ein Boom der IT-Dienstleistungen. Trifft diese Prognose zu, werden Tausende neuer IT-Jobs geschaffen; Berchtold geht von 10.000 neuen Arbeitsplätzen aus. Damit würden in Deutschland 756.000 Menschen im IT-Bereich arbeiten.

Die besten Jobs von allen

Auch andere Kenner der Branche sind optimistisch: Konrad Reiss, der Chef der Telekom-Tochter T-Systems, sprach von einer Aufbruchstimmung. Sichtbar wird sie unter anderem daran, dass die Zahl der Aussteller auf der CeBIT gegenüber dem Vorjahr zunahm.Nach Ansicht des Direktors des Verbandes Deutscher Ingenieure, Willi Fuchs, gibt es bei diesem Aufschwung allerdings ein Problem: Deutschland mangele es an IT-Fachkräften. Nach Fuchs fehlt es vor allem an Hochqualifizierten in den Bereichen Informatik, Mathematik sowie Ingenieur- und Naturwissenschaften. Seiner Schätzung nach wird sich der jetzige IT-Fachkräftemangel von 4.000 in den nächsten Jahren noch erhöhen, denn in Deutschland belegen zu wenige junge Menschen, nämlich lediglich acht pro tausend Einwohner zwischen 20 ? 29 Jahren, IT-relevante Studiengänge. Die Anzahl der Absolventen von IT-relevanten Studienfächern ist, im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern, in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Fuchs fordert ein Konzept, um die Attraktivität der betroffenen Studienfächer zu erhöhen ? ansonsten drohe eine Schwächung des Wirtschaftswachstums sowie eine zunehmende Auslagerung von Arbeitsplätzen.
Dieser Artikel ist erschienen am 11.03.2005