Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche

Informatik: A bis Zett

Zahlen und Fakten zum Studiengang Informatik.
Arbeitsmarkt
Die Zahl der berufstätigen Informatiker liegt bei rund 70.000, von denen etwa zwei Drittel als Computerfachleute arbeiten. Auf Informationstechnik-Berufe und die IT-Branche haben sie aber bei weitem kein Monopol, denn dort sind auch noch 110.000 Absolventen anderer Fachrichtungen tätig, vor allem Wirtschafts- und Naturwissenschaftler sowie Ingenieure. Immer mehr Informatiker machen sich selbstständig. Aber auch der Stellenmarkt boomt. Allein Anfang Februar meldeten die Arbeitsämter 2.400 offene Stellen. Rund vier Prozent der Informatiker waren zuletzt ohne Job ? Arbeitslosigkeit ist vor allem ein Problem der über 45-Jährigen.

Einsatzgebiete
Das größte Stellenpotenzial finden Informatiker in der Beratungsbranche. Mit großem Abstand erst folgen Unternehmen des produzierenden Gewerbes ? Elektronik/Elektrotechnik, Maschinenbau, Telekommunikation ? sowie der Dienstleistungssektor: Banken, Versicherungen, Beratungsunternehmen. Nach Funktionen betrachtet kommen rund zwei Drittel der aktuell angebotenen Stellen aus der Software-Produktion und EDV-Organisation. Auch der Vertrieb bietet gute Chancen. Im schnell wachsenden Multimedia-Markt sind Nur-Informatiker indessen weniger gefragt. Die häufigsten Aufgaben von Informatikern in Unternehmen ist die Entwicklung von Systemsoftware und Anwendungssystemen. Zunehmend tun sich Möglichkeiten in der Hochschulforschung auf, bei allerdings unattraktivem Gehaltsniveau.

Die besten Jobs von allen


Gehalt
Die Gehaltsstruktur in der IT-Szene ist wegen der weithin üblichen Anreize wie Aktienoptionen und vielerlei Vergünstigungen intransparent. Darüber hinaus hängt die individuelle Vergütung stark von der Branche, der Unternehmensgröße, dem Tätigkeitsfeld, der Region und der Systemwelt ab, in der sich jemand auskennt. Die Düsseldorfer Personalberatung a_priori international beziffert die jährlichen Einstiegsgehälter auf durchschnittlich 90.000 Mark.

Studenten
23.000 neue Studenten nahmen zuletzt ein Informatikstudium auf. Gegenüber 1995 bedeutet das eine Verdreifachung der Anfängerzahlen. Alle Semester zusammengezählt, gibt es zurzeit etwa 85.000 Informatikstudenten: 45.000 an Unis, 30.500 an FHs, 9.500 an Gesamthochschulen. Der Frauenanteil beträgt 14 Prozent. Dieses Jahr werden 5.700 Studierende ihren Abschluss machen ? viel zu wenig für den Bedarf der Wirtschaft. Das liegt auch an der enorm hohen Abbrecherquote. Bei vielen Studienanfängern scheint die Vorstellung von den Studieninhalten offensichtlich nicht zur Realität zu passen. Viele jobben aber auch während des Studiums und bekommen gute Angebote, was sie dazu verleitet, ihren Abschluss sausen zu lassen.

Studium
Informatik ist weit mehr als bloßes Programmieren. Vielmehr entwickelt die Informatik Modelle zur Beschreibung komplexer Systeme. Das Studium befasst sich deshalb mit den Strukturen, Eigenschaften und Beschreibungsmöglichkeiten von Informationen sowie deren Verarbeitung. Neben der allgemeinen Informatik gibt es eine ganze Reihe von ?Bindestrich-Studiengängen? wie Wirtschaftsinformatik, Medieninformatik, Medizininformatik, Technische Informatik, Bioinformatik. Der gebräuchlichste Studienabschluss ist das Diplom. Daneben gibt es den Magisterabschluss sowie zunehmend häufiger Bachelor- und Masterstudienangebote. In immer mehr Bundesländern kann Informatik im Übrigen auch als ein Unterrichtsfach in der Lehrerausbildung studiert werden.

Zulassungsbeschränkungen
In vielen Bundesländern wird die Zahl der Informatikstudienplätze erhöht. Der Zugang zum Studium ist deshalb weitgehend frei von Beschränkungen. Die gibt es nur für einige der ?Bindestrich-Informatik?-Studiengänge. Dort allerdings übersteigt die Zahl der Bewerber die der verfügbaren Plätze zum Teil deutlich.
Dieser Artikel ist erschienen am 20.03.2001