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In eigener Sache

Ruth Lemmer
Reine Karriere-Netze sind nichts für Weltverbesserer. CAPup!, Manager Lounge & Co. kommen ganz ohne ideellen Überbau aus. Wer hier networkt, will nur eins: lukrative Kontakte knüpfen, seine Karriere vorantreiben und Geschäfte machen - quer durch die Branchen. Die erfolgreichsten Nutzwert-Netze für Einsteiger, Manager und Gründer.
Business Angels

Netzwerk der Netzwerke ist BAND, das Business Angels Netzwerk Deutschland. Erfahrene Manager und Unternehmer unterstützen Gründer, wenn sie erfolgversprechende Geschäftsideen haben. Die ersten Business Angels fanden in den USA zusammen, in Deutschland gibt es rund 5.000 Aktive in 30 Netzwerken. Sie verstehen sich nicht als Sozialarbeiter, sondern als Geld- und Ratgeber auf Zeit. Die Angels prüfen die Geschäftspläne der Bewerber genau, ehe sie Geld und Gehirnschmalz zuschießen. Unternehmer in spe müssen ihr Konzept vor einer Gruppe potenzieller Geld- und Ratgeber präsentieren. Der Kölner Finanzunternehmer Peter Jungen vertritt die Business Angels auf europäischer Ebene - im Vorstand der European Business Angels.

Die besten Jobs von allen


Für wen?
Vermögende Privatpersonen, Kapital- und Ratsuchende unterwerfen sich einem regionalen Matching.

Wie geht's?
Über die Dachorganisation BAND oder bei den Business Angels in der eigenen Region lassen sich Kontakte knüpfen. BAND-Mitglieder werden für Beiträge um 250 Euro mit einem vierteljährlichen Newsletter versorgt, können im passwortgeschützten Chat debattieren und im Internet-Forum oder bei Regionaltreffen auf Business-Partnersuche gehen.

Was bringt's?
Angels können sich über profitable Investitionen freuen, Jungunternehmer erhalten gute Startchancen.
www.business-angels.de


Bundesverband Junger Unternehmer

Die Kontaktbörse mit derzeit 2.500 Unternehmern bis 40 Jahre wurde bereits 1950 gegründet mit dem Ziel, das Unternehmertum zu stärken. Nachwuchs-Chefs treffen sich zu diesem Zweck am monatlichen Stammtisch ihrer Regionalgruppe oder auf diversen Großveranstaltungen auf Bundesebene. Wer internationale Kontakte sucht, wird im Dachverband "European Confederation of Young Entrepreneurs" fündig - der größten Jungunternehmer-Organisation Europas.

Für wen?
Aufgenommen werden alle Selbstständigen, ob Existenzgründer oder Erbe von Papas Betrieb. Bedingung: Sie haben mindestens 10 Beschäftigte oder erwirtschaften eine Million Euro Jahresumsatz - wenn nicht schon heute, so doch innerhalb der nächsten fünf Jahre.

Wie gehtŽs?
Ein Anruf bei der Berliner Verbandszentrale reicht zur Kontaktaufnahme. Bei Neuzugängen achten die BJUler auf optimalen Branchenmix. Jahresbeitrag: 500 Euro beziehungsweise 250 für Gründer. Mit ihrem 41. Geburtstag wechseln die Jungunternehmer automatisch in die Senioren-Liga, der Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer (ASU)

Was bringtŽs?
Ein ideales Umfeld, um sich mit anderen Machern auszutauschen, von Erfahrungen zu profitieren und Deals einzufädeln. Mitglieder profitieren zudem von vergünstigten Seminarangeboten und Experten-Coachings.

www.bju.de


Manager Lounge

"Nicht die Meisten, aber die Besten." Das Motto macht klar: Die Wirtschaftselite will unter sich bleiben. Erfolgsorientierung ist ein Muss in der Web-gestützten Manager Lounge, akademisches Studium willkommen. Rund 1.500 Mitglieder sind registriert. Virtuelle Kaffeerunden am Morgen und abendliche Events bringen die Lounge-Member zusammen - jeweils in der Anzahl begrenzt, damit Gespräche nicht zu Vortragsrunden verkommen. Reale Clubtreffen finden zum Beispiel in Frankfurt und Düsseldorf statt. Mitinitiator ist Ex-Bertelsmann-Chef Mark Wössner.

Für wen?
Berufstätige mit einem Einkommen über 75.000 Euro, die eine Position im mittleren bis oberen Management bekleiden - oder kurz davor stehen

Wie geht's?
Der Online-Bewerbung folgt ein halbstündiges Aufnahmegespräch mit einem Personalberater. Der berufliche Lebenslauf wird marktgerecht formuliert und anonymisiert ins Netz gestellt. Scheut einer das Internet, kann er sich auch auf Büttenpapier bewerben. Wer die Gesprächshürde genommen hat, kommt kostenlos in die Datenbank

Was bringt's?
Die Aufnahme in den MatchManager, eine Profildatenbank für Wechselwillige, und reichlich Kontakte zu anderen Managern

www.manager-lounge.com


CAPup!

Die 2001 gegründete CAPup! GmbH baut ein branchenübergreifendes Online-Netzwerk für Führungskräfte auf. Man kann Mitglied auf Zeit werden, das Career-Abo läuft nach einem halben Jahr aus. Die CAP-Career-Website bietet Karriere-Infos, Jobs, Rabatte auf Weiterbildung oder Blumendienste per Internet - kurz alles, was Führungskräfte so brauchen. Die rund 1.000 Mitglieder kommen aus unterschiedlichsten Branchen und Firmen, von ADAC bis Yahoo, von BMW bis 3M. 20 Personalberater arbeiten beim CAP-Career-Netzwerk mit, 200 sind in den Listen geführt. Politprofi und Ex-Jenoptik-Chef Lothar Späth fördert das Online-Netzwerk.

Für wen?
Führungskräfte, die sich karrieretechnisch schlau machen oder den Job wechseln wollen.

Wie geht's?
Wer sich im Netz für eine Vollmitgliedschaft registriert und 150 Euro im Jahr zahlt, wird ins Führungskräfte-Verzeichnis aufgenommen, kann den Service nutzen und erhält den Zugriff auf verschiedene Foren. Zum Schnuppern gibt es Sonderangebote, etwa eine sechsmonatige Mitgliedschaft als Career-Member für 30 Euro

Was bringt's?
Kontakte und raschen Zugriff auf Karriere-Infos

www.cap-up.de


Wirtschaftsjunioren Deutschland

In dem Verband treffen sich Unternehmer und Manager, aber auch Landwirte und Führungskräfte aus dem öffentlichen Dienst. Rund 11.000 Mitglieder in 210 Kreisen fordern die Rückkehr zu den Stärken der Marktwirtschaft: Privatisierung, Abbau von Subventionen, freier Welthandel, Vereinfachung der Gesetze, Pragmatismus in Genehmigungsverfahren. Ökologie und Soziales sollen dabei nicht zu kurz kommen. Der Dachverband lobt einen Ausbildungs-Oskar aus sowie den Unternehmerpreis "Zivil" für mittelständische Firmen, die sich gesellschaftlich engagieren. Die Wirtschaftsjunioren sind ferner im Weltverband Junior Chamber International aktiv. UN-Generalsekretär Kofi Annan und Ex-Deutsch-Banker Rolf Breuer gehören zu den Förderern

Für wen?
Selbstständige Unternehmer und angestellte Führungskräfte bis 40 Jahre. Ältere können Fördermitglied werden

Wie geht's?
Mit einer formlosen E-Mail erhalten Interessenten einen Ansprechpartner aus der Region. Ist der passende Juniorenkreis gefunden, wird man Gastmitglied - manchmal ein paar Monate, manchmal ein Jahr. Wer sich an Projekten beteiligt, in Arbeitskreisen aktiv ist und zu den Treffen erscheint, wird aufgenommen. Der Jahresbeitrag schwankt je nach Kreis zwischen 60 und 150 Euro.

Was bringt's?
Regionale und internationale Kontakte zu jungen, aktiven Entscheidern in der Wirtschaft und Zugriff auf die Newsbörse. www.wjd.de
Dieser Artikel ist erschienen am 11.12.2003