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Im Innovationsstau

Die Zahl der Hightech-Gründungen in Deutschland ist im vergangenen Jahr um 16 Prozent gesunken. Dies ergab eine aktuelle Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim. Damit erreichten die volkswirtschaftlich besonders bedeutsamen technologie- und wissensintensiven Neugründungen nach einer kurzen Phase der Konsolidierung einen neuen Tiefpunkt.
Allerdings liegt das Niveau im Gegensatz zu anderen Segmenten noch deutlich über dem von 1995 (siehe Grafik). ?Die sinkenden Gründungszahlen sind ein Alarmzeichen ersten Ranges. Ein weltweit führender Hightech-Standort braucht einen beständigen Strom von neuen Geschäftsideen?, kommentierte ZEW-Studienleiter Georg Licht. Die Politik sollte der Gründungsförderung und der Verbesserung der Rahmenbedingungen wieder eine höhere Priorität einräumen. Für die Studie wertete das ZEW Zahlen des Wirtschaftsinformationsdienstes Creditreform aus und befragte außerdem über 1 000 Hightech-Unternehmen. Die sehen in den fehlenden Finanzierungsmöglichkeiten das größte Hindernis beim Unternehmensaufbau. Doch auch der Mangel an qualifiziertem Personal, insbesondere an Naturwissenschaftlern und Ingenieuren, wird von jedem fünften Unternehmen als Problem eingestuft. Gleichzeitig sehen 75 Prozent der Befragten die Mitarbeiter als wichtigen Erfolgsfaktor.

(pnd)
Dieser Artikel ist erschienen am 30.06.2006