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Humanmedizin: A bis Zett

Wissenswertes rund um den Beruf Humanmediziner.
Arbeitsmarkt
In kaum einem Land ist die Ärztedichte so hoch wie hier, und die Zahl der Mediziner steigt weiter. Bis 2011 werden jährlich rund 5.000 Ärzte altersbedingt aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Assistenzärzte müssen derzeit häufig Zeitverträge mit kurzen Laufzeiten akzeptieren, Fachärzte finden immer weniger offene Zulassungsbezirke.

Einsatzgebiete
Bis auf wenige Ausnahmen tun Mediziner noch immer das, wofür sie ausgebildet sind: Sie arbeiten als Ärzte, etwa zu gleichen Teilen in der stationären und ambulanten Versorgung. Jeder zehnte Krankenhausarzt gehört zur Gruppe der Leitenden Ärzte. Die größten Fachgruppen bilden Allgemeinmediziner, Ärzte für Inneres, Chirurgen, Gynäkologen, Kinderärzte, Orthopäden. Die Fachgebiete mit den wenigsten registrierten Berufstätigen sind: Neuropathologie, Biochemie, Physiologie, Anatomie, Humangenetik und Plastische Chirurgie. 26.700 Medizinabsolventen sind in Behörden und öffentlichen Körperschaften nicht kurativ tätig, die meisten im öffentlichen Gesundheitswesen.

Die besten Jobs von allen


Gehalt
Die Brutto-Gehälter angestellter Ärzte bewegen sich zwischen 6.000 Mark für Berufsanfänger und 9.000 Mark für Oberärzte. Chefärzte haben in der Regel Sonderverträge. Die Einkommen niedergelassener Ärzte variieren sehr stark – abhängig von Standort, Kostenstruktur der Praxis und Fachrichtung. Im Durchschnitt lag der Überschuss im vergangenen Jahr nach Abzug der Betriebsausgaben pro Praxis bei 185.000 Mark (Westdeutschland) und 145.000 Mark (Ostdeutschland). Die Werte für Gemeinschaftspraxen waren geringer.

Studium
Der sechsjährigen Studienphase folgen 18 Monate als Arzt im Praktikum (AiP) und die Weiterbildung zur Erlangung der Gebietsbezeichnung, je nach Fachgebiet drei bis sechs Jahre lang. Vor der ärztlichen Vorprüfung sind eine Ausbildung in Erster Hilfe und ein achtwöchiges Krankenpflegepraktikum zu machen. Während der vorlesungsfreien Zeit des klinischen Studienabschnittes ist die Famulatur abzuleisten, davon mindestens zwei Monate in einem Krankenhaus. Die Uni Witten/Herdecke und die Berliner Humboldt-Universität bieten Reformstudiengänge an, mit problemorientiertem Lernen in Kleingruppen. Die strikte Trennung von Vorklinik und Klinik gibt es hier nicht mehr.

Studenten
Die Zahl immatrikulierter Medizinstudenten liegt seit über zehn Jahren auf dem gleichen Niveau und beträgt derzeit 80.600 (Frauenanteil: 61 Prozent). 12.100 Anfänger gingen im Jahr 2000 an den Start, 9.300 Studenten schlossen das Studium ab. Daraus lässt sich eine Abbrecherquote von rund 25 Prozent errechnen.

Zulassungsbeschränkungen
Für Medizin gelten bundesweite Zulassungsbeschränkungen. Bewerbungen nimmt die ZVS in Dortmund entgegen. 55 Prozent der verfügbaren Studienplätze werden von der ZVS allein nach dem Abiturnotendurchschnitt vergeben, 25 Prozent nach der Wartezeit (Zeit zwischen Abitur und geplantem Studienbeginn, unabhängig von einer früheren erfolglosen Bewerbung). 20 Prozent dürfen die Hochschulen nach einem hochschuleigenen Auswahlverfahren (Interview, berufliche Vorpraxis, Notendurchschnitt) zulassen. Zuletzt machte davon aber nur ein Drittel der Hochschulen Gebrauch. Die Universität in Witten/Herdecke hat ein eigenes Zulassungsverfahren.
Dieser Artikel ist erschienen am 20.06.2001