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Hoffnungsträger bleiben unentdeckt

Gezieltes Talentmanagement ist für die meisten Unternehmen ein Fremdwort. Viele Fähigkeiten von Mitarbeitern wie etwa Sprach- oder Computerkenntnisse, aber auch Soft Skills wie Führungskompetenz und emotionale Intelligenz werden nicht erfasst. Das belegt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung McKinsey.
?Talentierte Mitarbeiter gibt es sicher in jedem Unternehmen ? nur sind sie häufig nicht bekannt?, sagt Lars Putzer, Berater und Mitglied der Human-Ressources-Initiative von McKinsey. ?Die wirklichen Hoffnungsträger bleiben daher oftmals unentdeckt.? Statt Führungspositionen aus den eigenen Reihen zu besetzen, rekrutieren Personalverantwortliche häufig externe Bewerber.

Folge: Die vorhandene Mannschaft wird demotiviert, weil sie einen externen neuen Team- oder Projektleiter vorgesetzt bekommt. ?Gute Leute aus dem eigenen Unternehmen, die vielleicht auch die geforderten Qualifikationen für die Position gehabt hätten, verliert man so leicht?, sagt Putzer. Hauptgrund für das mangelnde Talentmanagement ist, dass Manager Nachwuchsförderung nicht als ihre wesentliche Führungsaufgabe sehen.

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Nur selten erfassen sie die Kompetenzen ihrer Mitarbeiter und unterstützen sie dabei, sich weiterzuentwickeln. Auch das Vorgartendenken einzelner Abteilungen sieht McKinsey-Berater Putzer als Problem. ?Viele Führungskräfte befürchten, ihre Highperformer an andere Abteilungen zu verlieren.? (kas)
Dieser Artikel ist erschienen am 27.07.2007