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Hoffmann muss bei Pro Sieben /Sat1 den Hut nehmen

Claus Larras musste nach seiner Entlassung die Tür bei Pro Sieben Sat.1 gar nicht erst hinter sich schließen. Gleich nach ihm wurde auch der Sat1 Geschäftsführer Martin Hoffmann in die Wüste geschickt.
HB HAMBURG. Denn vor wenigen Monaten sah es bereits deutlich nach einer Ablösung Hoffmanns durch den Schweizer Roger Schawinski aus. Sat1 hatte im Frühjahr und Sommer eine Schwächeperiode zu verzeichnen, und Hoffmann stand intern in der Kritik. Damals schien der Abgang nur eine Frage der Zeit zu sein.Doch der Sat1-Geschäftsführer, der vor drei Jahren Nachfolger von Fred Kogel wurde, schaffte im Herbst die Wende. Er steigerte die Marktanteile seines Senders, weil es ihm gelang, nach der Festigung des Tagesprogramms mit Gerichtsshows und Psychotalks auch den traditionell schwächelnden Vorabend mit Detektiv- und Kriminalformaten zu stärken. ?Lenßen & Partner?, ?K 11? und ?Niedrig und Kuhnt? nannte er seine neuen Erfindungen.

Die besten Jobs von allen

Und nicht nur das: Dank des von RTL abgeworbenen Unterhaltungschefs Matthias Alberti schaffte es Hoffmann, auch konkurrenzfähige Shows am Abend anzubieten. Das Castingformat ?Star Search?, die Ostalgie-Show ?Meyer und Schulz? sowie die ?Lego Show? mit Kai Pflaume sind dafür Beispiele. Mit neuen Serien wie ?Mit Herz und Handschellen? und ?Körner und Köter? hatte er jedoch nur begrenzt Erfolg.Den größten Coup landete der nun geschasste Geschäftsführer jedoch Anfang November mit dem historischen Zweiteiler ?Das Wunder von Lengede? mit Schauspielgrößen wie Heino Ferch, Jan Josef Liefers, Armin Rohde, Nadja Uhl und Heike Makatsch. Fast 10 Millionen Zuschauer sahen jeden Teil. Hoffmann lief am ersten Ausstrahlungstag im November allein durch die Berliner Straßen, um zu schauen, wie leer sie waren.Am Bambi-Abend traf er seine Stars wieder. Mit Armin Rohde und Nadja Uhl stemmte er noch um drei Uhr nachts das beliebte Rehkitz in die Luft. Mit Hochdruck wollte Hoffmann sich nun um neue historische Filmprojekte kümmern. Als nächstes stand die Verfilmung der Berliner ?Luftbrücke? auf dem Plan - ob die Rosinenbomber jetzt noch einmal für Sat1 abheben, ist fraglich geworden.
Dieser Artikel ist erschienen am 04.12.2003