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Hochgestapelte Jobs

Der anhaltenden Misere auf dem Arbeitsmarkt begegnet die Bundesregierung mit mathematischen Tricks. Nachdem schon seit Oktober 2003 zweihunderttausend "nicht vermittelbare" Menschen über 55 Jahren aus der Statistik verbannt wurden, fallen ab Januar 2004 weitere neunzigtausend Teilnehmer von Trainingsmaßnahmen der Arbeitsämter aus dem offiziellen Zahlenwerk.

Das Argument der Bundesregierung für die Zahlenkosmetik: Die bislang in Deutschland übliche Erhebung der Daten entspricht nicht dem von der OECD und dem Europäischen Statistikamt Eurostat benutzten Standard der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und behindert damit die europaweite Vergleichbarkeit der Arbeitslosenzahlen.

Die besten Jobs von allen


Die Arbeitsmarktexpertin der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Elke Gundel, begrüßt zwar prinzipiell eine Arbeitsmarktstatistik, die auch internationalen Standards genügt, jedoch sei das "schnelle Ausmustern bestimmter Gruppen und somit das künstliche Schönen der Zahlen" nicht hilfreich für eine effektive Arbeitsmarktpolitik
Dieser Artikel ist erschienen am 13.01.2004