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"Heuschrecken" sind oft besser als ihr Ruf

Finanzinvestoren sind offenbar deutlich besser als das Bild, das sie in der Öffentlichkeit haben. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universitäten Bonn und Aberdeen sowie der TU München in einer aktuellen Studie.

Darin nehmen sie die Entwicklung von 52 Firmen nach Einstieg einer so genannten Private-Equity-Gesellschaft unter die Lupe. Zu Massenentlassungen und Dumping-Löhnen kam es danach aber nicht: Im Schnitt blieben im Jahr nach dem Einstieg die Beschäftigtenzahlen nahezu konstant. Die Löhne der Mitarbeiter stiegen sogar signifikant an: Der Durchschnittsverdienst wuchs um gut sechs Prozent.

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An der Börse wird der Einstieg eines Finanzinvestors meist gut aufgenommen: Die Kurse der betroffenen Firmen entwickelten sich am Tag der Bekanntgabe um knapp sechs Prozent positiver als vergleichbare Werte. Viele Unternehmen in Deutschland sind fest in der Hand eines einzigen Großinvestors. In diesen Situationen reagierte der Wertpapiermarkt besonders positiv.

Allerdings merken die Forscher an, dass sich auch unter den Finanzinvestoren schwarze Schafe befinden - und daher das Bild von den "Heuschrecken" in manchen, allerdings wenigen, Fällen eben doch stimme.

Quelle: Universität Bonn, Robert-Gordon-University Aberdeen, TU München. Studie "Economic Consequences of Private Equity Investments on the German Stock Market". Auswertung der Kennzahlen von 52 an der deutschen Börse notierten Firmen, bei denen sich zwischen 1998 und 2007 ein Private-Equity-Investor eingekauft und mindestens fünf Prozent der Aktien übernommen hat.

Mehr unter: www.uni-bonn.de
Dieser Artikel ist erschienen am 27.02.2008