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Gute MBA-Schulen verlangen GMAT

Interview: Christoph Mohr
"Für das Gesamtergebnis im MBA-Studium spielen neben quantitativen Fähigkeiten eben auch die Leistungen in Fächern wie Leadership, Strategy und Marketing sowie kommunikative Fähigkeiten, Kreativität und Überzeugungskraft eine wichtige Rolle."
Wie alle besseren Business- Schools weltweit verlangt auch die Gisma von ihren MBA-Studenten den Nachweis des GMATs. Warum? Bei der Auswahl von Bewerbern haben Business-Schools nur eingeschränkt Zugang zu objektiven Kriterien, die etwas über die Eignung und das Potenzial eines möglichen MBA-Studenten aussagen. Der GMAT hilft als vergleichbares und relativ objektives Messverfahren.

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Gibt es einen Minimum-Score für die Aufnahme? Bewerber mit GMAT-Ergebnissen unter 500 Punkten laufen Gefahr, in den quantitativen Fächern unserer MBA-Programme das Lernziel nicht zu erreichen. Sie werden bei uns in der Regel nicht zum MBA-Studium zugelassen.Sie haben jetzt den späteren Studienerfolg Ihrer Studenten im MBA-Programm mit deren GMAT-Score verglichen. Was genau haben Sie untersucht? Wir haben den Zusammenhang zwischen dem GMAT-Ergebnis der Studierenden und dem GPA (Grade Point Average), also der durchschnittlichen Gesamtnote nach Abschluss des MBA-Studiums, untersucht. In der Studie wurden die Daten der Vollzeit-MBA-Klassen der Jahrgänge 2003 bis 2006 berücksichtigt.Mit welchen Ergebnissen?Unsere Untersuchung zeigt, dass kein signifikanter Zusammenhang besteht - die GMAT-Punktzahl macht keine verlässliche Aussage über die spätere Gesamtleistung im Studium. MBA-Studenten mit einem mittelmäßigen GMAT-Ergebnis von 600 Punkten (von 800 möglichen) können im Studium ebenso gute Leistungen vollbringen wie ihre Kommilitonen, die das GMAT-Ergebnis von sehr guten 740 Punkten erreichten und umgekehrt.Für das Gesamtergebnis im MBA-Studium spielen neben quantitativen Fähigkeiten eben auch die Leistungen in Fächern wie Leadership, Strategy und Marketing sowie kommunikative Fähigkeiten, Kreativität und Überzeugungskraft eine wichtige Rolle. Diese Fähigkeiten berücksichtigt der GMAT aber nicht. So erklärt sich auch, warum viele Studenten, die in den sehr analytischen und quantitativen Fächern zu Beginn des Studiums schlechter abschneiden, im späteren Verlauf des Studiums noch alle Möglichkeiten haben, aufzuholen.Wenn man nicht vom GMAT-Score auf den Erfolg im MBA-Studium schließen kann, warum verzichtet die Gisma dann nicht auf den GMAT? Der GMAT lässt Rückschlüsse darauf zu, wie ein Student in den analytischen oder quantitativen Fächern eines MBA-Programms abschneiden wird. Besteht ein Student in diesen Fächern nicht, muss er das Studium abbrechen. Das können wir dank des GMATs nahezu vollständig ausschließen. Ein weiterer Faktor spricht für den GMAT: Von den "Gisma Scholars", das sind die besten fünf Prozent jedes Vollzeit-Jahrganges der Gisma, hatten mehr als 75 Prozent einen GMAT-Score von über 700 Punkten. Und nach diesen analytisch brillanten Menschen, die zusätzlich noch über sehr gute kommunikative Fähigkeiten verfügen, überzeugen können und begeisternd präsentieren, suchen wir.
Dieser Artikel ist erschienen am 29.10.2007