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Gute Chancen in der Industrie

Apotheker finden bei Arbeitslosigkeit wesentlich schneller wieder einen Job als andere Akademikergruppen. Gut ein Drittel (36,5 %) der arbeitslosen Pharmazeuten sind weniger als zwei Monate arbeitslos. Bei den Akademikern allgemein sind es nur 18 Prozent, die schnell eine neue Stelle finden. Das berichtet das Job- und Wirtschaftsmagazin Junge Karriere unter Berufung auf aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

Von Langzeitarbeitslosigkeit sind Pharmazie-Absolventen nur vergleichsweise selten betroffen: Während gut ein Drittel (33 Prozent) der Akademikerkollegen aus anderen Bereichen aktuell mehr als ein Jahr erfolglos auf Jobsuche ist, sind es bei den Apothekern mit 15,6 Prozent nur knapp die Hälfte. Verglichen mit anderen Akademikergruppen herrscht damit bei den Pharmazeuten "nahezu Vollbeschäftigung", sagt Manfred Bausch von der Bundesagentur für Arbeit gegenüber Junge Karriere. In manchen Bereichen in der Industrie wie der Herstellungs- und Kontrollleistung haben sie wegen gesetzlicher Vorschriften geradezu eine Monopolstellung.

Die besten Jobs von allen


Wer nicht wie 85 Prozent der Pharmazie-Absolventen in einer Apotheke arbeiten will, findet in der Pharmabranche ein breites Betätigungsfeld. Dort ist allerdings eine Promotion nach dem Studium ein Muss, das von Pharmariesen wie Bayer, Schering und Co. erwartet wird. Dafür erhalten Akademiker mit Doktortitel beispielsweise bei Bayer ein Einstiegsgehalt von 53.000 Euro pro Jahr, bei Roche sind es etwa 55.000 Euro. Aventis zahlt zwischen 43.000 und 46.000 Euro, ab dem zweiten Jahr sieht der Tarifvertrag der chemischen Industrie mindestens 54.975 Euro Jahresgehalt für Promovierte vor.

Während es auf dem Jobmarkt für angestellte Pharmazeuten bestens aussieht, macht die Gesundheitsreform vielen selbstständigen Apothekern allerdings das Leben schwer. "Die Apothekenschaft hat eine Festung gebaut und sich darin so sicher gefühlt, dass sie die Möglichkeiten zur Neuausrichtung verpasst hat", kritisiert Jürgen Wettke, Direktor im Düsseldorfer McKinsey-Büro und selbst Apotheker, seine Standeskollegen. "Die Festung ist jedoch auf Sand gebaut, und die Gegner sind dabei sie zu stürmen." So wurde beispielsweise das Versandhandelsverbot gekippt. "Jetzt müssen sich Apotheker an Konkurrenz gewöhnen, die in anderen Branchen längst üblich ist, etwa durch den holländischen Versandhändler Doc Morris", sagt Jörn Hüsgen, Chefredakteur Junge Karriere.

Mehr Informationen über den aktuellen Jobmarkt für Pharmazeuten stehen in der Oktober-Ausgabe von Junge Karriere, die am 24. September 2004 erscheint.
Dieser Artikel ist erschienen am 20.09.2004