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Gut zu wissen

Was sind Stammzellen, welche Arten gibt es und welche Potenziale bieten sie?
Embryonale Stammzellen können sich - theoretisch - in jeden gewünschten Zelltyp verwandeln. Sie sind ethisch umstritten, weil zu ihrer Gewinnung Embryos vernichtet werden. Aus ihnen kann kein Embryo mehr wachsen. 1998 wurden in den USA erstmals embryonale Stammzellen des Menschen isoliert und kultiviert. Bisher werden sie nur in der Grundlagenforschung angewandt. In Deutschland dürfen sie nicht gewonnen werden. Ihr Import soll nach dem Willen des Bundestags nur unter strengen Auflagen geschehen: Zugelassen werden nur Stammzelllinien, die bereits existieren. Die britische Fachzeitschrift Nature warnt deshalb vor einem ?großen Nachteil für die deutschen Forscher".

Adulte Stammzellen entstammen dem Organismus bereits geborener Menschen. Sie sind ethisch unbedenklich. Ihre Fähigkeit, bestimmte Zelltypen zu liefern, ist eingeschränkt. Sie werden vor allem aus dem Knochenmark gewonnen. Jede 10.000ste Zelle im Körper von Erwachsenen ist eine adulte Stammzelle. Sie werden zur Behandlung bei Leukämien eingesetzt. Es gibt bereits Erfolge bei der Behandlung von Infarktpatienten mit adulten Stammzellen.

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Stammzellen aus Nabelschnurblut sind die früheste Form adulter Stammzellen. Erst im letzten Drittel der Schwangerschaft zieht das blutbildende System aus der Leber in das Knochenmark. Das erklärt die hohe Konzentration von Stammzellen in der Nabelschnur.
Dieser Artikel ist erschienen am 21.05.2002