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Gut zu wissen

Britta Domke
Foto: Horst Larog
Wie bereite ich mich optimal auf eine Recruiting-Messe vor?
Wo informieren?
Lassen Sie sich schon vor der Messe den Ausstellerkatalog zuschicken oder schauen Sie auf der Web-Seite, welche Unternehmen vertreten sind. Vergessen Sie nicht, sich - sofern erforderlich - rechtzeitig anzumelden.

Wen auswählen?
Treffen Sie eine Auswahl: Mit welchen Unternehmen möchten Sie unbedingt Kontakt aufnehmen, auf welche Gespräche könnten Sie bei Zeitmangel am ehesten verzichten? Nehmen Sie sich nicht mehr als sechs oder sieben Kontakte pro Messetag vor - danach werden Sie ohnehin völlig groggy sein.

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Was recherchieren?
Informieren Sie sich in groben Zügen über Ihre Wunschunternehmen: Welche Branche? Welche Produkte oder Dienstleistungen? Wie ist die Marktsituation? Wer soll eingestellt werden? Wenn die Ausstellerlisten im Internet oder der Messekatalog nicht genügend Infos hergeben, kann auch ein Blick auf die Unternehmens-Homepage hilfreich sein.

Was unternehmen?
Schauen Sie sich das Rahmenprogramm an: Auf welchen Vorträgen oder Workshops sind Ihre Wunschunternehmen vertreten? Planen Sie die Events in Ihren Messetag ein - dabei können sich bereits Kontakte oder zumindest Anknüpfungspunkte für ein Gespräch am Messestand ergeben. Wenn es abends eine Messeparty gibt, sollten Sie sich auch dafür Zeit nehmen. Hier können Sie in lockerer Atmosphäre mit Personalern ins Gespräch kommen.

Was anziehen?
Wählen Sie Ihre Kleidung so aus, als wären Sie zu einem Vorstellungsgespräch im Unternehmen eingeladen, also lieber ein wenig zu edel als zu schlunzig. Standard ist bei Männern der graue Anzug mit Krawatte, bei Frauen das Kostüm oder Blazer mit Bluse. Bei Studentenkontaktmessen darf es aber auch der gepflegte Freizeitlook sein. Ob edel oder sportlich - achten Sie auf bequeme Schuhe.

Was mitbringen?
Nehmen Sie mehrere komplette Bewerbungsmappen mit - mindestens so viele, wie Sie Gespräche geplant haben. Wenn Sie schon genau wissen, mit welchen Unternehmen Sie sprechen wollen, sollten Sie passende Anschreiben formulieren. Ansonsten reicht auch ein Lebenslauf mit Foto und Zeugniskopien. Auf Visitenkarten sollten Sie dagegen verzichten. Nach einem langen Messetag können sich Personaler bestimmt nicht mehr an das Gesicht hinter der Visitenkarte erinnern - und niemand hat Lust, Bewerbern hinterherzutelefonieren.

Wie vorstellen?
Bevor Sie auf die Unternehmensvertreter zugehen, überlegen Sie sich Ihre ersten Sätze: Das bin ich, das kann ich, dafür interessiere ich mich, das möchte ich erfahren. Tödlich sind unbedarfte Fragen wie: ?Was machen Sie denn so?", ?Haben Sie einen Job für mich?" oder ?Ich habe Chemie studiert, was können Sie mir anbieten?" Je präziser Sie Ihre Qualifikationen und Wünsche formulieren, desto besser der Eindruck, den Sie hinterlassen. Aber bleiben Sie trotzdem offen für alle Job-Alternativen, die Ihnen vorgestellt werden.

Wen ansprechen?
Gehen Sie ruhig auf den erstbesten freien Personaler los - Sie kennen ja ohnehin niemanden am Stand. Aber nach einer kurzen Vorstellung sollten Sie sofort nachfragen: ?Bin ich bei Ihnen richtig?" Sonst laufen Sie Gefahr, sich mit jemandem zu verplaudern, der gar nicht für Sie zuständig ist.

Was notieren?
Machen Sie nach jedem Gespräch eine Notiz: Wie ist es gelaufen? Wie sind wir verblieben? Muss ich jemandem Unterlagen zuschicken oder wird von mir ein Anruf erwartet? Bewahren Sie die Visitenkarten Ihrer Gesprächspartner gut auf. Sie sind der Schlüssel zum Unternehmen.

Literaturtipps

Campus Recruiting.
Von der Uni direkt in den Top-Job. Messen - Börsen - Firmenkontakte. Die Auswahlverfahren der Wirtschaft. Angelika Fuchs, Axel Westerwelle, Carsten Buchberger, Falken Verlag, Niedernhausen, 1999, 24,90 Mark.

Die Job-Strategie.
Ideen für Berufseinsteiger, High Potentials und Jung-Manager. Markus Vorbeck, Econ Verlag, München, 2001, 38 Mark. (Kapitel III)
Dieser Artikel ist erschienen am 07.08.2002