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Gut versichert als Student und Azubi

Quelle:DMEuro.com
Je nach Lebenssituation müssen junge Leute elementare Risiken selbst absichern. Der Bedarf ist oft geringer als vermutet.
Hält das Single-Dasein an oder läuten die Hochzeitsglocken? Der Versicherungsschutz für Teens und Twens kann ganz verschieden sein. Je nachdem, ob Schule, Ausbildung, Studium oder Wehrdienst anstehen und ob sich die Bleibe noch unter dem elterlichen Dach oder in den eigenen vier Wänden befindet, sind andere Policen nötig. Viele Eltern oder Großeltern haben den Nachwuchs mit einer Ausbildungsversicherung beglückt. Ihr Ertrag fließt spätestens bis zum 25. Geburtstag. Solche Verträge sollten Jugendliche allenfalls in Frage stellen, wenn sie den Beitrag ab 18 aus eigener Tasche zahlen sollen. Dann lohnt eine Beitragsfreistellung bis zum Ablauf der Police. Wichtiger ist, die Vorsorge bei den größten Lücken der Sozialversicherung aufzustocken und vor allem gegen Invalidität finanziell vorzubauen.

Nur das Nötigste

Unfall: Bei der privaten Unfallversicherung zählt die ausreichend hohe Summe bei Invalidität. Alle anderen Extras sind teurer Schnickschnack. 150.000 Mark bei voller Invalidität kosten bei günstigen Anbietern nur rund 70 Mark im Jahr. Aber aufgepasst: Ab dem 18. Geburtstag verdoppelt sich der Preis, da der Versicherte zum Erwachsenen befördert wird. Zudem stellt sich für Auszubildende die Frage, ob der bisherige Invaliditätsschutz noch passt: Denn bei Invalidität durch Krankheit zahlt auch die klassische private Unfallversicherung keinen Pfennig. Die Rentenkasse springt nur bei Berufstätigen ein, die mindestens drei Jahre Beitrag gezahlt haben. Und: Nach der aktuellen Rentenreform empfiehlt sich auf jeden Fall eine private Berufsunfähigkeitspolice, da die bisherige Berufsunfähigkeit für alle, die nach dem 1.1.1961 geboren sind, weggefallen ist

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Privathaftpflicht: Bis zum Abschluß der beruflichen Erstausbildung sind Jugendliche bei den Eltern beitragsfrei mitversichert. Die pauschale Deckungssumme sollte mindestens fünf Millionen Mark betragen. Der Schutz gilt auch für Studenten und sogar mit eigener Wohnung. Bedingung: Der Nachwuchs heiratet nicht. Nach der Hochzeit und für Berufsanfänger ist ein eigener Vertrag nötig. Günstige Versicherer bieten für rund 120 Mark Jahresbeitrag attraktive Verträge mit akzeptablen Zusätzen für Mietsachschäden. Der Preis zählt unabhängig davon, ob eine oder zehn Personen zum Haushalt gehören. Unverheiratete Paare können gemeinsamen Schutz beantragen und damit eine Police sparen aber nur wenn beide im gleichen Haushalt leben. Manche Versicherer machen jungen Kunden bis 25 Jahren Spar-Angebote. Der Vertrag muss aber mindestens zwei Jahre vor Erreichen der Altersgrenze abgeschlossen werden; hinterher gilt dann der Normaltarif (ebenso bei Heirat)

Hausrat: Die Hausratversicherung zahlt nach einem Brand, Einbruch-, Sturm-, Hagel- oder Leitungswasserschaden das notwendige Geld, damit Sie sich die zerstörten oder gestohlenen Hausratgegenstände wieder kaufen können. Vielfach wird die Hausratversicherung von jungen Leuten mit eigener Wohnung überschätzt. Zwar ist das Einbruchsrisiko je nach Wohngegend hoch, doch lohnt der anfangs meist geringe Wert des Inventars kaum die jährliche Ausgabe von vielfach 100 Mark oder mehr. Haben die Eltern eine Hausrat-Police, kann sich zumindest der Nachwuchs, der auswärts Schule oder Uni Schule besucht, Zivil- oder Wehrdienst macht, einen eigenen Vertrag sparen: Bis zu zehn Prozent der Versicherungssumme der elterlichen Hausrat-Police sind mitversichert maximal 15.000 Mark. Wer einen eigenen Hausstand hat, braucht einen eigenen Vertrag wenn überhaupt erst ab 15.000 Mark Inventarwert.

Fazit: Wer den Abschluss von allzuviel Versicherungen irgendwann bereut: Verträge sind schnell gekündigt. Es gelten drei Monate Frist zum Ende der Laufzeit. Daher möglichst nur Policen über ein Jahr laufen lassen. Erleichterungen gibt es bei Zivil- und Wehrdienst: Wer eigene Verträge abgeschlossen hat und den Beitrag vom Konto abbuchen lässt, kann sich auf Antrag beim Versorgungsamt die Prämien für die Dienstzeit erstatten lassen. Bezahlen jedoch die Eltern noch die Beiträge, zeigt sich das Amt dagegen zugeknöpft.

Welche Versicherungen brauchen Renter und Familien mit Kindern? Das komplette Dossier "Sicher in sechs Lebensphasen" lesen Sie bei DMEuro.com
Dieser Artikel ist erschienen am 01.02.2002