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Gut gelaunt in die Leitplanke

Protokoll: Mariam Schaghaghi
Dumm, wenn man mit einem Auto nicht umgehen kann. Max von Thun baute jede Menge Unfälle - als Fahrer einer Comedy-Show.
Mein Leben lang habe ich nichts anderes gemacht, als beim Film zu jobben - und da habe ich vieles gemacht. Auch so Sachen wie Produktionsfahrer, zum Beispiel. Das war 1995, bei der Pro-Sieben-Sendung ,Comedy Factory', die gibt's schon seit Jahren nicht mehr. Ich musste die Comedians fahren, die immer gern mit mir gefahren sind, weil bei mir die beste Musik lief.

Allerdings hatte ich privat nur einen alten VW-Bus, eine echte Gurke, die von jedem LKW überholt wurde. Daher war ich es nicht gewohnt, mit einem Auto umzugehen, das ein Vielfaches schneller war als mein Bus. Da musste man nur aufs Gaspedal tippen und war sofort bei 240 km/h! Das hat dazu geführt, dass ich öfter kleine Unfälle gebaut habe. Ich bin mal aus der Kurve gedriftet oder hab die weiße Barke vom Fahrbahnrand mitgenommen.

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Das Hotel, in dem die Comedians einquartiert waren, lag eine halbe Stunde außerhalb von München, die Strecke dahin führte durch dunkle Wälder. Und das mit diesem Auto. Bei keinem anderen Fahrer musste das Auto in der kurzen Zeit so leiden. Ich glaube, ich bin nur nicht rausgeschmissen worden, weil meine Schwester schon so lange bei dem Sender gearbeitet hat. So was ist aber immer nur passiert, wenn ich allein im Auto saß! Die Comedians kamen immer gut gelaunt und auch heil in die Sendung.

Ich habe mich eine Staffel lang gehalten. Aber wegen der Vorkommnisse hat man mir das schnelle Auto irgendwann abgenommen. Dann kam allerdings auch noch raus, dass ich am Wochenende mal eine Tour nach Österreich gemacht hatte. Da hieß es schließlich: ,Wir ziehen dich ab. In Zukunft wirst du am Set arbeiten.' Und meiner Strafe wurde noch eins draufgesetzt: Ich wurde in der Kostümabteilung eingesetzt. Weil ich beim Bügeln und Wäschewaschen nicht wirklich überzeugte, hat man mir einen Regenschirm in die Hand gedrückt und gesagt: ,Den hälst du über die Schauspieler wenn's regnet.' Es hat aber sehr selten geregnet. Also stand ich mit meinem Schirm über Wochen ziemlich überflüssig am Kostümmobil herum und habe gewartet, bis etwas passiert. Todlangweilig für mich. Mit der Action war's leider vorbei."

Max von Thun, 31, Schauspieler und Musiker, hat im vergangenen Jahr seine erste Platte veröffentlicht. Am 7. April ist er in dem ZDF-Film "Stürmische Zeiten" zu sehen.
Dieser Artikel ist erschienen am 02.04.2008