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Große trauen sich was

Große Menschen gehen eher Risiken ein als kleine, Frauen sind vorsichtiger als Männer, und mit steigendem Alter lässt die Risikobereitschaft deutlich nach. Besonders bemerkenswert: Wer gerne Risiken eingeht, ist mit seinem Leben zufriedener. Zu diesen Resultaten kommen Wissenschaftler des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) der Universität Bonn sowie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin.Für eine Studie haben sie mehr als 20.000 Interviews mit Personen aus ganz Deutschland ausgewertet. Die Befragten sollten sich vorstellen, sie hätten in einer Lotterie 100.000 Euro gewonnen, von denen sie nun einen Teil bei einer Bank anlegen durften. Mit 50 Prozent Wahrscheinlichkeit konnten sie so den angelegten Betrag innerhalb von zwei Jahren verdoppeln. Ebenso groß war aber das Risiko, die Hälfte des eingesetzten Geldes zu verlieren.

Die besten Jobs von allen

"Frauen investieren unter diesen Voraussetzungen etwa 6.000 Euro weniger als Männer", erklärt Professor Dr. Armin Falk. "Unabhängig vom Geschlecht legen jüngere Menschen zudem eine höhere Summe an als ältere - pro Jahr beträgt die Differenz rund 350 Euro." Auch mit der Körpergröße wächst die Risikobereitschaft: Mit jedem Zentimeter steigt die investierte Summe um 200 Euro. Zudem gilt: Gebildete Eltern haben risikobereiteren Nachwuchs.Mit einer Interpretation ihrer Ergebnisse halten sich die Autoren der Studie zurück. Gerade der Zusammenhang zwischen Risikobereitschaft und Zufriedenheit ist schwer zu deuten: "Das ist ein klassisches Henne-Ei-Problem", kommentiert Falk. "Sind zufriedene Menschen gerade aufgrund ihrer Zufriedenheit optimistischer und damit risikofreudiger? Oder nimmt, wer das Risiko nicht scheut, sein Leben eher in die Hand und gestaltet es so, dass er damit zufrieden ist?"Auch auf die Jobwahl scheint die Risikobereitschaft einen Einfluss zu haben: So sind Selbständige nach den Bonner Ergebnissen weniger vorsichtig. Wer im Öffentlichen Dienst arbeitet, ist dagegen eher auf Sicherheit bedacht.ftp://ftp.iza.org/dps/dp1730.pdf
Dieser Artikel ist erschienen am 19.09.2005