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Große Scheinchen für die Kleinen

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Endlich steht der Hochschulpakt, mit dessen Hilfe die Unis die Studentenwelle eindämmen wollen: 90.000 zusätzliche Studienplätze sollen bis zum Jahr 2010 eingerichtet werden, insgesamt 1,1 Milliarden Euro bringen Bund und Länder dafür auf.
Endlich steht der Hochschulpakt, mit dessen Hilfe die Unis die Studentenwelle eindämmen wollen: 90.000 zusätzliche Studienplätze sollen bis zum Jahr 2010 eingerichtet werden, insgesamt 1,1 Milliarden Euro bringen Bund und Länder dafür auf. Geld, das wohl zum Großteil nicht an die Universitäten, sondern an die FHs gehen wird. ?Die neuen Studienplätze sollen überproportional an den Fachhochschulen entstehen?, kündigte NRW-Innovationsminister Andreas Pinkwart gegenüber karriere an

26 Prozent der neuen Plätze entfallen auf das studentenreichste Bundesland. Bislang sind hier drei Viertel der Studenten an Universitäten, ein Viertel an Fachhochschulen eingeschrieben: Dieses Verhältnis soll sich zugunsten der praxisorientierten FHs verschieben. Auf eine genaue prozentuale Verteilung wollte sich Pinkwart nicht festlegen. ?Anfang 2007 werden wir mit den Hochschulen die Pläne diskutieren.?

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Baden-Württemberg ist da schon weiter. Bereits zum Studienjahr 2007/2008 sollen von insgesamt 16.000 geplanten Studienplätzen 3.000 bis 4.000 für Erstsemester an FHs und Berufsakademien bereitstehen. ?Die Fachhochschulen können einfach schneller reagieren?, sagte eine Sprecherin des Wissenschaftsministeriums. ?Die Universitäten kommen erst in einer späteren Ausbaustufe dran.? Einige haben schon konkrete Pläne, wo die neuen Plätze entstehen sollen: Die Hochschule Mannheim etwa startet im nächsten Jahr die Studiengänge Medizintechnik und Medizininformatik, später soll Mechatronik hinzukommen.

Wirtschaftsnähe wird beim Ausbau der Studienplätze groß geschrieben. NRW-Minister Pinkwart will im Zuge des Hochschulpaktes die Natur- und Ingenieurwissenschaften stärken und insbesondere den Anteil von Frauen in diesen Bereichen erhöhen, in Baden-Württemberg hat das Wissenschaftsministerium Hochschulen und regionale Unternehmen an einen Tisch gebracht. ?Ziel ist es, vorrangig in solchen Fächern neue Studienplätze zu schaffen, deren Absolventen auf dem Arbeitsmarkt gute Berufsaussichten haben?, erklärte Wissenschaftsminister Peter Frankenberg.

Dieser Artikel ist erschienen am 03.01.2007