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Griff nach dem Stern

Der Personalkrach in der Chefetage hat gewaltig am Lack des Unternehmens gekratzt. Auch wenn der Haussegen deswegen zurzeit ziemlich schief hängt, ist der deutsch-amerikanische Autobauer für viele immer noch ein Karriereturbo - vor allem wegen seiner internationalen Ausbildung.
Japan war ein ordentlicher Schock für Christian Steuer: Minischreibtische, bis 23 Uhr arbeiten und ein Leben im Wohnheim mit Dixi-Klo und Blick auf die Reisfelder. Zur Familie reisen die meisten Japaner nur am Wochenende. "Für viele ist die Firma die Familie", sagt Steuer. Der 28-jährige Ingenieur ist immer noch überrascht über die Arbeitsweise der Asiaten. Vier Monate war er als Trainee bei Mitsubishi in Okasaki bei Nagoya. Das war im letzten Jahr. Wie viele Nachwuchskräfte in Zukunft noch in das Kirschblütenland fahren werden, ist ungewiss. In Stuttgart-Möhringen, der DaimlerChrysler-Zentrale, glüht der Stern für Mitsubishi nicht mehr sehr hell

Ende April würgten die Schwaben die Japaner praktisch ab. Mit dem Beschluss, dem defizitären Partner Mitsubishi keine weiteren Finanzhilfen zu geben, erhielt der Plan der Welt AG, an dem DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp schon so lange bastelt, einen gewaltigen Dämpfer. Die Schwaben haben die Kapitalerhöhung von rund fünf Milliarden Euro nicht mitgemacht.

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Vom koreanischen Autobauer Hyundai wollen sich die Schwaben gleich ganz trennen. Ebenso dürfte Vorstandsmitglied Wolfgang Bernhard, 43, die angeknackste DaimerChrysler-Welt bald verlassen. Ein Hauptgrund waren unüberwindliche Differenzen zwischen ihm und dem amtierenden Mercedes-Chef Jürgen Hubbert über die Strategie der Premiummarke. Zudem soll Bernhard seinem Ziehvater Schrempp im Hickhack um Mitsubishi die Gefolgschaft verweigert haben. Der Vorstand strafte den Nachwuchsmanager ab, indem er ihm den Mercedes-Chefsessel wenige Tage vor Antritt unterm Hintern wegriss.

In der Juni-Ausgabe von Karriere finden Sie den kompletten Artikel "Griff nach dem Stern". Außerdem:
>> Daimlers Welt: Die Chronik des Unternehmens
>> Ab nach China. Interview mit Personalvorstand Günther Fleig
>> karriereurteil DaimlerChrysler

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Dieser Artikel ist erschienen am 24.05.2004